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Plauen: Paritas "feiert" 20 Jahre sozialtherapeutische Wohnstätte

Geburtstag "Partner für psychisch Kranke e.V." seit 30 Jahren zuverlässig

Plauen. 

Plauen. Keiner wird hier zur Schau gestellt. Obwohl sich gerade jetzt mit dem Schicksal dieser gestrandeten Seelen gut Aufmerksamkeit erzeugen ließe. Denn die Paritas gGmbH ist von den Einschränkungen der Coronapandemie als Partner für psychisch kranke Menschen schwer getroffen worden. Wie ein riesiger Schutzschirm bietet man den Betroffenen fachliche Betreuung, Wohnen und Beschäftigung. In vielen Fällen hat der gestiegene Leistungsdruck einer kränkelnden Gesellschaft aus ihnen beispielsweise Borderliner gemacht. Manche erkranken erblich bedingt. Ursachen gibt es viele. "Wir sind Begleiter unserer Klienten. Alleine schaffen sie es nicht mehr, ins Leben zurückzufinden", sagt Wohnstättenleiterin Ivonne Strobel, die mit ihrem Team am Fasenring für 32 Bewohner Verantwortung trägt. Die Wohnstätte in Plauen-Reißig feiert in diesem Monat ihr 20-jähriges Bestehen. Zwei Jahrzehnte in Diensten der Paritas ist dort auch die Verwaltungsangestellte Sabine Walter als gute Seele der Einrichtung.

 

Neubau für weitere Senioren-Wohngruppe geplant

"Bitter ist für uns alle, dass es keine Feier geben darf", bedauert Birgit Göschel. Die Diplommedizinpädagogin hat sich in ihrem Ehrenamt als Vorstandsvorsitzende an die Öffentlichkeit gewandt: "Weil ich voller Überzeugung und Dankbarkeit das respektvolle Miteinander unserer 64 Mitarbeiter hervorheben möchte. Es ist das mit Abstand schwierigste Jahr für alle und ich finde, ihr macht eure Sache ganz toll", wendet sich Birgit Göschel an die Belegschaft. Ivonne Strobel: "Unsere Bewohner verstehen vieles nicht. Sie kommen mit den Einschränkungen nicht klar. Und es überfordert sie, wenn sich jede Woche etwas ändert." Dennis Simon ist als Verwaltungsfachangestellter in der sozialtherapeutischen Wohnstätte tätig: "Immer häufiger kommen psychisch kranke Menschen zu uns, die gerade einmal 25 bis 30 Jahre jung sind." Wohnstättenleiterin Ivonne Strobel fügt hinzu: "Gleichzeitig werden unsere Bewohner hier aber im Durchschnitt auch immer älter, sodass sie auch immer mehr Pflege gebrauchen." Weil die Paritas für jenes Gemeinschaftshaus bereits eine Warteliste führen muss, soll bereits im Jahr 2022 der geplante Neubau nebenan bezugsfertig sein. "Dort betreuen wir dann Senioren mit psychischer Erkrankung. Neben dieser Wohngruppe wird es im neuen Haus auch therapeutische Beschäftigungsangebote geben", blickt Dennis Simon nach vorn.

 

Ein großes Dankeschön an die Nachbarn und den Verein

Paritas-Geschäftsführerin Cornelia Greiner ist "sehr froh, dass uns die Anwohner im Wohngebiet inzwischen als Nachbarn betrachten. Das ist wichtig für unsere Klienten. Wir alle sind nämlich deren zu Hause." Besonders viel verdankt die gemeinnützige Paritas ihrem Verein, der im Hintergrund tolle Rahmenbedingungen geschaffen hat. Am 18. Dezember 1990 gründete sich der "Partner für psychisch Kranke e.V.". Ob Aufklärungsarbeit, Geldgeber-Akquise oder die Hilfe bei der Organisation der Frühlingsfeste und Weihnachtsfeiern: Der Verein steht zuverlässig hinter dem Projekt. In den Tagesstätten sowie den Kontakt- und Beratungsstellen werden übrigens inzwischen weit über 100 psychisch kranke Vogtländer betreut. Weitere Infos hier.