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Plauen: "Wir wollen die Heimkinder glücklich machen!"

Wunschzettelaktion Weihnachtsgeschenke für 35 Kinder in sieben Einrichtungen

Plauen/Grünbach. 

Plauen/Grünbach. Vogtlands erster Weihnachtsbaum steht seit vielen Jahren im Grünbacher Kinderspielhaus (Kispi). Zum nunmehr 13ten Mal startete das Team Ende Oktober die Aktion "Heimkinder glücklich machen". Kispi-Leiterin Gabriele Bauer hoffte, dass auch während der Coronapandemie die Wünsche von 35 Kindern aus sieben Einrichtungen in Erfüllung gehen würden. Noch nie war ein Kind leer ausgegangen. Doch durch den November-Lockdown stand viel Geplantes in Frage. "Und dann hat sich ein Herr am Telefon gemeldet und gesagt, dass er alle noch offenen Wünsche erfüllen wird. Für sage und schreibe 1.400 Euro hat er Geschenke gekauft", erinnert sich Gabriele Bauer an diesen für sie unglaublichen Anruf. Die Kispi-Idee: "Wir wollen die Heimkinder glücklich machen!"

Den Tränen nah...

Die Kispi-Wunschzettel-Aktion hat zwar längst die Herzen der Menschen erobert. Doch in diesem Jahr ist alles unglaublich kompliziert. Unser Zeitungsreporter hatte von dieser Geschichte Wind bekommen und stieß auf Alexander Bahl-Voigt. Der Familienvati ist zugleich Franchisenehmer von McDonalds. "Ich habe das in der Zeitung gelesen und gedacht, da muss ich etwas tun. Die Zeit drängt", berichtet der Plauener. Auf der Wunschliste standen die tollsten Spielsachen, Bücher, Fußballschuhe, Trikots, Jeans, Bettwäsche... Wenn man diesen Wunschzettel liest, dann kommen einem fast die Tränen. "So war es auch bei mir. Natürlich trifft uns die Coronapandemie in diesem Jahr knallhart. Es geht in Deutschland überall um tausende Arbeitsplätze. Wenn wir aber für ein Kind im Kinderheim einen Alltagswunsch erfüllen können, dann ist das gerade in dieser schweren Zeit auch eine Art Verpflichtung, finde ich", ließ der Unternehmer seinen Gedanken freien Lauf.

Die Heimkinder leiden besonders...

Neun Kinder leben im Kinder- und Jugendheim der AWO in Plauen. Das Team um Leiterin Elke Götze-Pietschmann und Stellvertreterin Anika Schöber muss in diesem Jahr Unvorstellbares leisten. "Unser Tor zur Straßberger Straße hin mussten wir im Frühjahr für eine gefühlte Ewigkeit abschließen. Jetzt passiert das wieder. Für unsere Kinder ist so ein Lockdown eine unglaubliche Belastung", erzählt die Heimleiterin, die zugleich von ihrer Mannschaft schwärmt. "So ein Wahnsinnsjahr kann man nur schaffen, wenn man zusammenhält", betont Elke. Weil die aktuelle Corona-Lage die geplante Weihnachtsfeier verhinderte, hatte Gabriele Bauer wenigstens einen Mini-Fototermin organisiert, "damit wir uns öffentlich bedanken können und diese tolle Geste nicht einfach so untergeht", stellte die Kispi-Chefin voran. Sie hat bereits sämtliche Geschenke in die vier Einrichtungen nach Treuen sowie Plauen, Reichenbach und Kirchberg gebracht.

Der Jubel war groß!

Der Jubel bei Luna (7), Sara (12) und Jonas (11) sorgte für feuchte Augen bei den Erwachsenen. "Inliner, Lego-Technik und so eine coole Smartwatch haben wir bekommen!" Gabriele Bauer ergänzt: "Es hatten sich zehn Privatspender gemeldet. Die fehlenden 25 Geschenke hat dann Herr Bahl-Voigt bezahlt." Eigentlich sollte am vergangenen Wochenende die große Weihnachtsfeier stattfinden. "Wir hoffen alle auf bessere Zeiten im nächsten Jahr. Lasst uns alle zusammenhalten", appelliert Alexander Bahl-Voigt, der insgesamt sechs Restaurants mit 230 Mitarbeitern betreibt.



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