Plauener Elsteraue erwacht zu neuem Leben

Sanierung Investition von zweistelligem Millionenbetrag geplant

Plauen. 

Plauen. Jahrelang lag sie brach und fast im Verborgenen, nun erwacht sie zu neuem Leben: Die Elsteraue in Plauen soll zu einem wahren Kleinod werden. Zu einem schönen Ort für Jung und Alt. Die Hempelsche Fabrik mit ihren Hallen, das Weisbachsche Haus, die unikaten Weberhäuser, der Weisbachsche und der Hempelsche Garten und die Hofwiesenallee sollen dem jeweiligen Charakter entsprechend, der stets aus der Historie herrührt, umgebaut und neu gestaltet werden. Das gesamte Areal wird ein neues Angesicht erhalten und Plauen ein ganzes Stück weiter attraktiv machen.

Investition von zweistelligem Millionenbetrag

"Die Elsteraue ist das wichtigste städtebauliche Fördergebiet", sagt Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer. Immerhin kann die Stadt dafür fünf verschiedene Fördermöglichkeiten nutzen. Ein zweistelliger Millionenbetrag wird dabei investiert. "Es ist etwas Besonderes, was wir hier machen, natürlich mit Unterstützung des Freistaates und der Europäischen Union", so der OB. "Ohne eine hohe Förderung ginge es nicht."

"Wenn alles fertig ist, können wir stolz sein."

Derzeit wird bereits überall mit großer Technik gebaut. Pflaster wird an verschiedenen Stellen neu gelegt. Die Kindertagesstätte entsteht in zwei ehemaligen Produktionshallen des Hempelschen Areals, die miteinander verbunden werden sollen. "Nächstes Jahr im zweiten Quartal soll die Kita fertig sein", sagt Axel Markert, Teamleiter Technisches Gebäudemanagement. Er und Kerstin Wolf, Fachbereichsleiterin Bau und Umwelt, sowie Markus Löffler, Fachgebietsleiter Stadtplanung und Umwelt in der Stadtverwaltung, befassen sich mit dem Projekt, kennen das gesamte Areal, planen und betreuen den Bau. "Bei alten Industriebrachen warten immer Überraschungen, die hat man mit Altlasten", so Wolf. Städtebauliche Förderung - das Programm wird genutzt - habe auch das Ziel, bestimmt Bereiche der Stadt wiederherzustellen. "Wenn alles fertig ist, können wir stolz sein als Plauener."

Erhalt des markanten Wasserturms

Beim Ausräumen des Hempelschen Gartens gab es jede Menge Arbeit, viel Müll und wucherndes Gestrüpp und Bäume wurden beseitigt. Mächtig steht die große Rotbuche mitten auf der Fläche. Sie hat einen weißen Anstrich erhalten, soll vor dem Austrocknen geschützt werden. Die dortige Villa indes wurde an privat verkauft. Eine vorgesehene Gastronomie wird sicher angenommen bei Besuchern, denn der Garten, der vom Weisbachschen Garten bis an die Hofwiesenstraße grenzt, wird öffentlich zugänglich gemacht. Ein Mehrgenerationengarten ist auf der Fläche nahe der Elster angedacht, zu welcher man über die Hofwiesenstraße gehend gelangt. Der markante Wasserturm, der unter Denkmalschutz steht, soll erhalten und in Szene gesetzt werden. "Hier sind auch Ideen von Bürgern gefragt", so Kerstin Wolf. Nicht zu vergessen sind die Weberhäuser des Unikat-Vereines, die ebenfalls in die neue Elsteraue eingebunden werden sollen. So soll hinter der Bibliothek eine Bühne entstehen, die in eine Mauer integriert wird.

Junge Kreative, Fachleute und Forscher anlocken

Die Hempelsche Fabrik indes gilt als ein eigenes Projekt, ist derzeit aber eines mit Fragezeichen, wie es Kerstin Wolf ausdrückt. Für die zukünftige Kreativwirtschaft werden noch Fördermöglichkeiten gesucht. "Wir könnten starten, wenn das Geld da wäre, das Projekt liegt vor", sagt Kerstin Wolf. Die Notsicherung des Giebels wurde von der Denkmalschutzbehörde bewilligt. Angelockt werden sollen nach der Fertigstellung junge kreative Leute, Forscher und Fachleute, denen unter einem Dach Raum gegeben werden soll. Ab 6. Juli soll das Weisbachsche Haus umgebaut werden, hier entsteht ein Textilzentrum. "Ein spannendes Projekt", sagt Kerstin Wolf. Innen wird alles neu gemacht.

Möglichkeiten für alle Generationen

Ein Wegenetz soll dann durch das ganze Areal führen, Bänke zum Verweilen einladen. Ein Trimm-dich-Pfad und Fitnessgeräte für behinderte Menschen - die Lebenshilfe hat gleich daneben ihr Domizil - sollen hinzu kommen. Für alle Generationen soll die Elsteraue Möglichkeiten bieten, Zeit zu verbringen, ob entspannt oder aktiv. Damit das gelingt, arbeitet die Stadt mit dem Weberhaus-Verein genauso wie mit Privateigentümern zusammen.