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Plauener Maler stellt im Leipziger Stasi-Archiv aus

Vernissage Erlaubter Zweifel in runder Ecke

Der Plauener Maler Thomas Beurich ist in diesen Tagen viel beschäftigt. Unter dem Titel "Erlaubter Zweifel" stellt er seit Donnerstag Bilder im Stasi-Unterlagen-Archiv in Leipzig aus. Das Gebäude am Dittrich-Ring wird auch "Runde Ecke" genannt. Es handelt sich um den ehemaligen Sitz der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit.

Zur Vernissage freute sich der 59-Jährige auch auf ein Wiedersehen mit seinem Freund Utz Rachowski. Der gebürtige Spitzenstädter wurde 1979 in der DDR wegen Verbreitung eigener kritischer Gedichte, sowie Literatur vom Reichenbacher Oppositionsführer Jürgen Fuchs und Liedermacher Wolf Biermann unter dem Vorwurf "staatsfeindlicher Hetze" zu 27 Monaten Gefängnis verurteilt. Zum Auftakt der Ausstellung stellte er sein Buch "Die Lichter, die wir selbst entzünden" vor. Das Cover dazu gestaltete Beurich.

Bei einem Rundgang entdecken Besucher 20 Bilder. Eines trägt den Titel "Letzter Jahrestag". Knallige Outfits, die von feuchtfröhlichen DDR-Betriebsfeiern künden, sollen das allgegenwärtige Grau im Arbeiter- und Bauernstaat übertünchen. Die Menschen sind in ein von der Einheitspartei vorgegebenes Korsett gepresst. An einem Spind hängt das Bildnis vom Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker. Seine Blicke sind auf die zur Schau gestellten Korsagen gerichtet. Die Szenerie gleicht einem herausgeputzten Schaufenster, das längst an Glanz verloren hat.

Für Beurich ist der Ausstellungsort in der Messestadt etwas Besonderes. "Damit schlagen wir eine Brücke nach Plauen, wo 1989 die erste Massendemonstration den Fall des SED-Regimes eingeleitet hat." Noch bis zum 23. Februar kann die Ausstellung zu den Öffnungszeiten des Museums besucht werden.

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag 16 bis 18 Uhr

Samstag, Sonntag und Feiertage 10 bis 18 Uhr