Plauener Verein hütet Jürgen Roths Vermächtnis

Sozialarbeit Auch in Plauen trauert man um den Buchautor

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Cathrin Schauer-Kelpin (li.) und Eileen Schönheit halten das Vermächtnis von Jürgen Roth in Ehren. Foto: Karsten Repert

Plauen. Die Wahrheit sagen und Missstände aufzeigen: das erfordert Mut. Cathrin Schauer-Kelpin und Jürgen Roth tun das ohne Rücksicht auf das eigene Leben. Jürgen Roth klagt sogar nach seinem Tod noch an. Er wurde 71. Das Vermächtnis des Enthüllungs-Journalisten aus Frankfurt am Main, es ist in zahlreichen Büchern und Publikationen verewigt.

Auch in der Beratungsstelle des Karo e.V. in Plauen hütet man diese Schätze. Denn der Verein hat täglich mit Zwangsprostitution, Menschenhandel und sexueller Ausbeutung von Kindern zu tun. "Wir hören ständig, dass es das bei uns nicht gibt. Gleichzeitig zeigt unser Alltag, dass wir als Gesellschaft einfach nur wegsehen", sagt Cathrin, die den Verein 1994 mit Gleichgesinnten gründete und deshalb sogar privat in Bedrängnis geriet.

Ihr weg war nicht einfach

Denn es gab immer wieder Gegner, die ihr das Leben schwer machten. Genau das galt auch für Jürgen Roth. "Wir haben uns bei der Arbeit im Jahr 2005 kennengelernt." Cathrin spricht voller Respekt von Jürgen Roth: "Uns hat verbunden, dass wir uns beide für Menschenrechte und Gerechtigkeit eingesetzt haben."

Jürgen Roth hatte im Jahr 2007 in Plauen unter anderem mit dem Buch "Anklage unerwünscht" für Aufsehen gesorgt. Cathrin durfte sich Ende September zusammen mit ihrem Mann am Sterbebett vom schwerkranken Buchautor verabschieden. Dass es den Karo e.V. in seiner jetzigen Form gibt, das liegt an Leuten wie Jürgen Roth.

Der Verein betreibt am Unteren Bahnhof 12 Büro, Beratungsstelle, Babyklappe und an unbekanntem Ort ein Frauenschutzhaus. Spendenbetreuerin Eileen Schönheit teilt mit, "dass uns aktuell 500 Fördermitglieder und Dauerspender unterstützen und es viele hundert weitere Einzelspender gibt." Der Verein hat neun Mitarbeiter.