Plauener verlieren im entscheidenden Moment die Nerven

Handball SV 04 Oberlosa verliert zum vierten Mal gegen Burgenland

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SV-Trainer Jörg Grüner war außer sich vor Wut. Der Coach hatte seine Nerven aber im Griff und äußerte sich nicht über die Unparteiischen. Foto: Oliver Orgs / Pressebüro Repert (Archiv)

Plauen. Gegen den HC Burgenland kann der SV 04 Oberlosa einfach nicht gewinnen. Zwar waren die Plauener Handballer im vierten Anlauf dem Sieg so nah wie noch nie. Doch nach dem sehr bitteren 28:31 (15:14) stellte SV-Trainer Jörg Grüner fest "dass wir uns zwar weiterentwickelt haben, aber trotzdem ohne Zählbares dastehen." Oberlosa hat damit alle vier Aufeinandertreffen als zweiter Sieger beendet (32:34, 26:27, 31:33, 28:31).

Trainer Jörg Grüner war aber aus einem anderen Grund unglaublich angefressen. So hatte man ihn seit Ewigkeiten nicht gesehen. Mit hochrotem Kopf stand der Coach kurz vor der Explosion. Sein Vereins-Chef Bernd Märtner eilte mit der Schlusssirene sofort auf das Spielfeld. "Wir sagen nichts zu diesen Schiedsrichtern. Das gehört sich nicht!" Kein Oberlosaer Verantwortlicher wollte sich äußern. Dabei hatten Mario Beyer und Christian Wagner (SG 1862 Könitz) Streitbares abgeliefert. Bis zur Spielminute 50 wurden die sieben strittigen Entscheidungen der umkämpften Partie ausnahmslos gegen den SV 04 verhängt. Plauens bester Abwehrmann (Andreas Weikert) musste alle Entscheidungen gegen sich einstecken. Er wurde ausgewechselt und nicht mehr gebracht. Zugleich durfte Gäste-Werfer Kenny Dober insgesamt acht Siebenmeter verwandeln. Sonst hätte Oberlosa wohl nicht nur mit 24:22 vorne gelegen.

Was in der Oberlosaer Chefetage für Schweigen sorgte, schrieen deren schwarz-gelbe Anhänger gnadenlos heraus. "Ohne Schiri, habt ihr keine Chance." Bedenklich ist: Die Stimmen in der Mitteldeutschen Oberliga mehren sich, wonach der HC Burgenland von den Schiedsrichtern bevorteilt würde. Wirklich zu beweisen ist das sicher nicht. Mehr als unglücklich jedoch scheint die Tatsache, dass der Oberliga-Staffelleiter Ralf Seidler mit der Burgendländer Trainerin Ines Seidler verheiratet ist und die Trainerin in der Pressekonferenz einräumte "dass heute sicherlich die glücklichere Mannschaft gewonnen hat."

Und trotzdem suchte SV-Mannschaftsleiter Ulli Dressel "die wahre Schuld bei uns selbst. Wir hatten es in der Hand. Uns haben die Nerven versagt", stellte das Oberlosaer Urgestein fest. Denn als Rico Englert (2), Kevin Model und Jakub Kolomaznik viermal in Folge am überragenden Burgenländer Torwart Michal Galia scheiterten, stand es urplötzlich 26:29. Fazit: Wer in einem Spitzenspiel frei herausgespielte Torchancen nicht nutzt, kann nicht gewinnen. Und so waren am Ende die 15:14-Pausenführung und ein toller Oberlosaer Auftritt nichts wert.

Statistik

SV 04 Oberlosa: Klaus, Flämig; Kleinert, Wetzel (1 Tor), Weikert (2), Englert (4), Trommer-Ernst, Mertig (2), Richter (4), Lesak (1), Model (3), Hertel (2), Kolomaznik (9/davon 5 Siebenmeter).

Zuschauer: 512