Plauener Wasserballer stehen kurz vor dem Aufstieg

Wasserball Team aus Uerdingen kämpft gegen den Abstieg aus der A-Gruppe

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Trainer Istvan Kelemen (Mitte) und seine Männer bejubelten gestern Abend den 13:12-Sieg gegen Uerdingen. Foto: Oliver Orgs / Pressebüro Repert

Plauen. War das ein Wahnsinn! Seit gestern Abend steht es 1:0. Das Tor zur A-Gruppe der 1. Bundesliga (DWL) ist aufgestoßen. Doch der SVV Plauen muss sich in den wahrscheinlich noch zwei Play-off-Spielen auf noch mehr Schmerzen einstellen. Denn Bayer Uerdingen kämpft gegen den Untergang nicht mit Wattebällchen.

Sieg im Fünf-Meter-Schießen

Der Plauener Wasserball erlebte gestern Abend ein Freudenfest. Sechs Sekunden vor der Schlusssirene krönte Peter Karteszi seine sensationelle Leistung mit dem 9:9-Ausgleich (3:2; 2:2; 1:3; 3:2). 600 Fans im ausverkauften Stadtbad waren aus dem Häuschen. Und im anschließenden Fünf-Meter-Schießen avancierte der bis dorthin schon überragende Plauener Schlussmann Mihaly Peterfy gar zum Helden. Denn der 22-Jährige parierte zwei Uerdinger Fünfmeter und brachte so den letzten Plauener Schützen in den entscheidenden Vorteil. Tamas Korpasci verwandelte zum 13:12-Endstand. Jubel!

Was sich zuvor im brodelnden Becken abspielte, es war ein absoluter Hitchcock-Krimi. Die schwimm- und spieltechnisch offenbar leicht überlegenen Vogtländer führten zur Pause mit 5:4. Doch Bayer Uerdingen antwortete. Die körperliche Präsenz der Gäste war enorm. Die Spitzenstädter fanden mit zunehmender Spielzeit kaum noch Mittel.

Dass die Gäste über die Grenze des Erlaubten gegangen waren, es zeigt die Mundhöhlenverletzung von Alpar Soltesz. "Alpar musste ins Vogtland-Klinikum. Mehr wollen wir gar nicht dazu sagen. Die Verletzung spricht für sich", ließ SVV-Manager Jörg Neubauer heute Mittag wissen. Trainer Istvan Kelemen hatte seine Jungs bereits vor dem Play-off-Auftakt gewarnt: "Sie werden euch attackieren. Sie werden euch provozieren. Es wird richtig wehtun."

Die Partie wurde kampfbetonter

Genauso kam es dann auch. Im Becken fand für die Zuschauer mitunter oft gar nicht so zu sehen, ein wahres Hauen und Stechen statt. "Wir wissen, dass es in zwei Wochen noch schwerer wird. Aber wir haben beim Gegner Schwächen und bei uns noch Luft nach oben erkannt", sagt die Manager-Analyse von Jörg Neubauer aus. Man wird den Gegner dann am 22./23. April noch öfter versuchen, zum schwimmen zu bringen. Das schmeckt den individuell sehr starken und vor allem extrem abgebrühten Uerdingern offenbar nicht so sehr. Wie die Plauener das schaffen wollen, bleibt natürlich das taktische Geheimnis.

Fakt ist aber: Die Plauener müssen im Krefelder Bad ein kleines Wasserball-Wunder vollbringen. Denn Bayer Uerdingen hat offenbar sogar noch Protest gegen die gestrige Wertung des Spiels eingelegt. Alle Mittel sind erlaubt. Schon dieser Fakt zeigt, wie verzweifelt das Werks-Team gegen den Abstieg aus der A-Gruppe (8 Mannschaften) kämpft.

Die Ausgangslage

Der SVV Plauen fährt am 22. April nach Krefeld. Dort haben die Vogtländer dann an jenem Samstagabend ab 18 Uhr die Chance, für die Sensation zu sorgen. Gelingt das nicht, müssen beide Teams am Sonntag, 13 Uhr erneut in den Ring. Es könnte also auch eine Konditionsfrage werden. Und natürlich hoffen die Plauener auch, dass dann alles mit rechten Dingen zugeht. Denn genau diese Sorge äußerten gestern Abend etliche Fans der Zuschauer-Nummer-Eins des deutschen Wasserballs. Möge der Bessere gewinnen!