Premiere für den doppelten Faschingsauftakt in Pausa

Schlüsselübergabe Zwei Narrenzüge stürmen das Rathaus

Zwei Schlüssel für zwei Vereine. Foto: Simone Zeh

Pausa. Das gab's in Pausa bisher noch nicht: Punkt elf Uhr elf strömte am Samstag nicht nur der Pausaer Faschingsclub zum Rathaus, sondern gleich ein zweiter. Die Mühltroffer holten erstmals ihren Schlüssel für die heiligen Gemächer der Stadt direkt vor Ort ab. Dazu wurden Geschenke, Konfetti und freche Sprüche verteilt.

Welch ein närrisches Zusammentreffen zweier Faschingsvereine. Gleich zweifach wurde am Samstag das Pausaer Rathaus gestürmt. Erstmals hatte sich eine Abordnung der Mühltroffer Carneval Gesellschaft auf den Weg zur Erdachsenstadt gemacht. Der 11.11., der auf den Samstag fiel, bot sich offenbar an, direkt beim Bürgermeister den Rathausschlüssel einzufordern. Frank Olzscha, Präsident vom Pausaer Faschingsclub, und Helko Hubrich von der MCG schmissen sich die Bälle dabei nur so zu.

Der Chefstuhl wird geteilt

"Die Narren stehen bereit, es beginnt die fünfte Jahreszeit", gab Frank Olzscha einen Reim von sich. "Das Geld ist knapp, die Kassen sind leer, deshalb kommen heut' die Mühltroffer her." Die hatten eine Menge Gastgeschenke mitgebracht. Bier, welches extra für den Bau der Hopfenbrücke gebraut wurde. Für den Bürgermeister gab es einen Gymnastikanzug für die neue Turnhalle in Pausa. Und für die Pausaer Narren eine große Landkarte mit eingezeichneten Routen, die direkt zum Schützenhaus der Wisentastadt führen, wo die Mühltroffer am Samstagabend den Faschingsauftakt feiern wollten. "Da ja die Pausaer noch nie beim Fasching bei uns waren", so Helko Hubrich.

Indes zeigte sich Bürgermeister Jonny Ansorge in voller Pracht, das heißt in einem Mantel mit viel Gold gesäumt. "Wir wollen keine Erstürmung mit Blut und Gewalt, ich beuge mich euch", sagte er. Und fügte ironisch hinzu: Schließlich habe Pausa ja genügend Geld. "Wir werden sehen, wie ihr bis Aschermittwoch das ganze Geld unterbringt." Und da man ja so viel habe, hänge außen an den beiden Stadtsäckeln noch Geld dran, weil nicht alles reingepasst habe. Aber: Er habe nur einen Chefstuhl im Rathaus stehen, da müssten sich die Faschings-Chefs wohl abwechseln. "Den zersägen wir", meinte der eine, und der andere ergänzte: "Genau in der Mitte durch."

Zwei Vereine - zwei Mottos

Als dann beide Schlüssel ausgehändigt wurden und der Faschingstross zur Erdachsenschmierstube zog, um anzustoßen, gaben beide Faschingsclubs noch ihr neues Motto bekannt. In Pausa heißt es im 32. Jahr des FCP: "Ob Zahnarzt, Maurer oder Bäcker, für jeden klingelt früh der Wecker." Mühltroff geht auf eine faschingsmäßige Zeitreise, wenn es zur 46. Saison heißt: "Die 20er Jahre mit Al Capone, Charleston, Swing und Grammophon."