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Pro Tag erhält das Vogtland zunächst 164 Corona-Impfdosen

Coronapandemie Landratsamt verschickt am Wochenende Schnelltest-Merkblatt

Plauen. 

Plauen. Ab jetzt können im Vogtland pro Woche maximal 1.148 Personen der Kategorie I gegen eine Covid-Infektion geimpft werden. Wie Landrat Rolf Keil am Montag in einer Pressekonferenz mitteilte, hat sich der Freistaat Sachsen für den Impfstandort in Eich entschieden. Vorgeschlagen hatte das Landratsamt zunächst auch die Festhalle Plauen und die Musikhalle Markneukirchen. "Es hieß ursprünglich, dass es drei Impfzentren geben soll. Binnen drei Tagen sollten wir uns dazu äußern, dann fiel die Entscheidung", berichtet Rolf Keil. Weil bis zur fünften Kalenderwoche lediglich 164 Impfdosen täglich für das Vogtland zur Verfügung gestellt werden, gibt es für ein zweites oder gar drittes Impfzentrum aktuell keinen Bedarf. In ein paar Wochen soll dann täglich eine größere Menge Impfstoff im Vogtland verfügbar sein. Plauens Sozialbürgermeister Steffen Zenner hat bekanntgegeben, dass Staatsministerin Petra Köpping nun eine Außenstelle des Impfzentrums Eich in Plauen genehmigt hat. "Dafür bedanke ich mich sehr! Ein guter Schritt, um die Impfbereitschaft und die dann tatsächlich geleisteten Impfquoten zu erhöhen", schreibt der Bürgermeister. Voraussetzung für eine Impf-Außenstelle in Plauen soll die ausreichende Verfügbarkeit von Impfstoffen sein. Steffen Zenner ist zuversichtlich: "Vieles deutet darauf hin, dass in wenigen Wochen genügend Impfstoff für alle Impfwilligen zur Verfügung stehen wird." Wo das Impf-Zentrum in Plauen stationiert wird, steht dabei offenbar noch nicht fest.

Meldesystem stammt aus dem "Altertum"

Der technische Fortschritt läuft offenbar nicht synchron mit der bundesdeutschen Verwaltung. Wie am Montag nun in der Corona-Pressekonferenz in Plauen bekanntgegeben wurde, empfahl das Robert-Koch-Institut (RKI) den Behörden zu Pandemiebeginn zunächst Meldungen per Fax. Erst im Juni 2020 kam es zur elektronischen Anbindung zahlreicher Labore. Dann endete zum Jahreswechsel der Probelauf. Seit 1. Januar 2021 ist nach Angaben des Landratsamtes in Plauen das elektronische Meldesystem des RKI jedoch oft nicht betriebsbereit. Der Diplom-Mediziner Andreas Lonitz berichtet: "Durch die nun zwingend vorgeschriebene Umstellung auf den elektronischen Meldeweg ist der RKI-Server immer wieder überlastet." Außerdem informierte der Amtierende Leiter des Gesundheitsamtes in Plauen darüber, dass im Landratsamt des Vogtlandkreises täglich um die 100 dieser veralteten "Fernschreiben" eingehen, die dann von Hand erfasst werden müssen. "Es gibt dieses Fax-Desaster, weil eben nicht alle Labore und Arztpraxen mit dem digitalisierten System verbunden sind", hat Andreas Lonitz festgestellt. Weshalb das auch im zehnten Monat nach der Einführung der Corona-Meldepflicht noch so ist, das ist die große Frage. Das Corona-Team des Vogtlandkreises beschäftigt inzwischen 160 Leute, die aufgrund der zeitintensiven Nachverfolgung laut Landrat "die Belastungsgrenze überschritten haben."

220 zertifizierte Testcenter im Vogtland

Am kommenden Samstag verteilt der Vogtlandkreis an alle Haushalte ein "Ergänzendes Merkblatt Antigenschnelltest". Dieses Merk- und Informationsblatt erörtert alle Fragen rund um den Schnelltest. Diplom-Mediziner Andreas Lonitz betont: "Der Schnelltest hat beweisende Kraft, wenn er durch medizinisches Personal durchgeführt wird, das extra geschult worden ist", so der Amtierende Leiter des Gesundheitsamtes. Unter anderem eröffnet ein solches Antigen-Schnelltest-Zentrum am Donnerstag in den Kolonnaden auf der Bahnhofstraße in Plauen (ehemalige Rossmann-Fläche). Mehr dazu am Mittwoch nach einer Pressekonferenz der privaten Betreiber.

Die Inzidenz der letzten sieben Tage beträgt 291,2

Zum Stand 11. Januar 2021 meldet das RKI 3.691 aktive Corona-Melde-Fälle im gesamten Vogtlandkreis. Die Zahl der Todesfälle beläuft sich auf 213. Die Inzidenz der letzten sieben Tage (04.01.2021 - 10.01.2021) beträgt 291,2.