Protest gegen Windkrafträder geht in die nächste Runde

Initiative Widerstand der Bürgerplattform "Pro Vogtlandschaft"

protest-gegen-windkraftraeder-geht-in-die-naechste-runde
Sind gegen Windkrafträder nahe ihres Ortes: Lutz Kätzel, Gert Eisenschmidt, Ortsvorsteherin Christa Kaiser, Antje Anhalt, Anett und Klaus Geipel (von links) Foto: Simone Zeh

Region. Zwischen Kornbach, Unterkoskau und Stelzen sollen Windkraftanlagen errichtet werden, dabei nimmt man auch das Roden von Wald in Kauf. Die Bürgerplattform "Pro Vogtlandschaft" hatte sich zusammen mit dem Verein Stelzenfestspiele bei Reuth bereits vehement dagegen ausgesprochen, es gab ein länderübergreifendes Gipfeltreffen. Nun regt sich in Unterkoskau der Protest. "Wir als Ortschaftsrat von Unter- und Oberkoskau sind einstimmig gegen die geplanten Windkraftanlagen", sagt Ortsteilvorsteherin Christa Kaiser. Lutz Kätzel, ebenfalls im Ortschaftsrat, sagt: "Wer stoppt endlich den Wahnsinn des Raubbaus an der Heimat, Natur und Tierwelt? Und wann?" Es sei ihm unverständlich, was hier in der Region ablaufe.

Mittels Windkraftanlagen, die immer höher werden, Photovoltaik, Biogasanlagen, extremen Stromtrassen werde der Mensch allmählich aus der Heimat vertrieben. Man werde wohl erst in zehn oder 20 Jahren begreifen, was man angerichtet habe. "Die Politik sollte schnell eingreifen, sonst gibt es einige Dörfer in absehbarer Zeit nicht mehr. Oder ist das so geplant?" Er habe das Gefühl, dass man auf dem Land mit weniger Widerstand rechne als in der Stadt.

Pro Vogtlandschaft: Das ökologische Gleichgewicht wird zerstört

Zu Wort meldet sich auch Michael Becher: "Als Besitzer eines ökologischen Landwirtschaftsbetriebes in unmittelbarer Nähe des Vorranggebiets bin ich und auch meine Familie vollkommen gegen diese Projekt. Ich hoffe und bete, dass dieses Bauvorhaben nicht zustande kommt." Becher meint auch, dass bei der gesamten Planung nicht mit "offenen Karten" gespielt werde. "Die Einwohner und die Bevölkerung werden zu wenig informiert. Die Nutzung der Flächen durch Weidehaltung der Rinderrasse Limousin nahe der Windräder, so wie wir es handhaben, sehen wir problematisch." Das ökologische Gleichgewicht werde zerstört. Er erfolge ein Wertverfall bzw. Attraktivitätsverlust der Wirtschaftsgebäude, der Dörfer, Zerstörung der Dorfgemeinschaften, des sozialen Miteinanders und der Kulturen.