Rassegeflügel darf wieder raus

Vogelgrippe Züchter kritisieren flächendeckende Stallpflicht

rassegefluegel-darf-wieder-raus
Matthias Knoll hat seine Zwergsachsen-Hühner gut über die Wintermonate gebracht.Foto: Thomas Voigt

Plauen. Geflügelzüchter Matthias Knoll atmet auf. Die flächendeckende Stallpflicht in Sachsen aufgrund der Vogelgrippe ist aufgehoben. Die Anspannung der vergangen Wochen und Monate gingen an ihm nicht spurlos vorbei. Wie auch viele andere Halter von Geflügel kritisiert der Zuchtwart vom Kreisverband Plauen die zuständigen Behörden.

Für den Theumaer ist die Verhältnismäßigkeit bei den Maßnahmen zur Bekämpfung des aggressiven Virus nicht gegeben. "Es liegen keinerlei fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse vor, die die Übertragung des Virus von Zugvögeln auf Rassegeflügel belegen." Genau das bringt ihn und andere auf die Palme. "Von den Veterinärmedizinern wünschen wir uns, dass sie mehr praxisbezogene Entscheidungen treffen."

Der Zuchtwart plädiert für eine zeitlich begrenzte Stallpflicht. Seiner Meinung nach sollte bei einem positiven Befund die Stallpflicht nur im konkret betroffenen Gebiet und nicht generell wie bisher landesweit gelten. In den vergangenen Monaten seien die Tiere einem enormen Stress ausgesetzt gewesen. Probleme habe es beispielsweise bei der Stall-Hygiene gegeben.

"Durch die Stallpflicht sind mehr Tiere verendet als durch die Vogelgrippe." Joachim Prager aus Tirpersdorf bedauert die Absagen sämtlicher Rassegeflügel-Ausstellungen. "Geht das so weiter, machen viele Schluss." Es sei zu befürchten, dass dann seltene Geflügelrassen verschwinden, deren Bestand ohnehin schon gefährdet ist.