Rauschebart muss Schlitten schieben

Hobby Sylvia und Heiko Winkler stellen Weihnachtsmann an die Straße

Ein Weihnachtsmann, der schiebt? Der sich plagt und hinter seinem Schlitten herlaufen muss? Wo gibt es denn sowas? Eigentlich trohnt er doch stolz auf seinem Schlitten, und das Rentiergespann fliegt ihn quer durch die Lüfte auf der ganzen Welt. Nicht so in Langenbach, wo der lebensgroße Rotkittel am Ortseingang kurz nach der thüringisch-sächsischen Landesgrenze zum Hingucker in diesen Adventstagen avanciert.

Hat er hier etwa Schiffbruch erlitten, oder was ist passiert? Wer dies genau weiß, ist Sylvia Winkler. Die Wirtsfrau vom Gasthaus "Zur guten Quelle" in Langenbach hat die Weihnachtsszene zusammen mit ihrem Ehemann Heiko Winkler gestaltet. "Der Weihnachtsmann muss dieses Jahr schieben. Das Rentier schafft es nicht allein. Der Schlitten ist zu groß", sagt sie. Und dann ergänzt sie ernst: "Die Geschenke für die Kinder werden immer größer." Kein Wunder also, dass der Weihnachtsmann mit anpacken muss, damit es vorwärts geht mit der Kutsche und er rechtzeitig zu Heiligabend bei den Kindern ist. Und eine leise Kritik der Langenbacherin am Konsumverhalten in unserer Zeit, welches immer ausgeprägter zu werden scheint.

Viele Vorüberfahrende schauen auf die Weihnachtsszene an der Bundesstraße (B282). Jedes Jahr lässt sich das Langenbacher Wirtsehepaar etwas Neues einfallen, eine kleine Geschichte, um die Leute in der Weihnachtszeit zu erfreuen. Oder eben auch mal zum Nachdenken zu bringen. Und schließlich, so Sylvia Winkler, könne sich jeder auch selbst Gedanken machen und seiner Fantasie freien Lauf lassen.

Längst ist die Weihnachtsszene im Dorf zur Tradition geworden. Immerhin seit 2003 stellt die Familie jedes Jahr ein Weihnachtsensemble vors Haus an den Straßenrand. "Zum Dorfjubiläum hatten wir damit begonnen", sagt Sylvia Winkler. Und dann wurde jedes Jahr weitergemacht. Da gab es schon die umgefallene Kutsche, den Rauschebart, der eine Flasche Glühwein geleert hatte und den modernen Weihnachtsmann, der am Computer die Wunschzettel der Kinder liest. Die Ideen jedenfalls scheinen Sylvia und Heiko Winkler nicht auszugehen.