Reichenbach plant ein Medizinisches Versorgungszentrum

Stadtrat Kommune will mit Grundsatzbeschluss grünes Licht geben

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Teil des Geschäftshaus am Solbrigplatz soll ein MVZ werden. Foto: Simone Zeh

Reichenbach. Grünes Licht für ein kommunales medizinisches Versorgungszentrums (MVZ) in Reichenbach will der Stadtrat Reichenbach zu seiner Sitzung am 5. März geben. Vorbereitet wird dazu ein Grundsatzbeschluss, um die Gründung eines MVZ für Hausärzte vorzubereiten, informiert Heike Keßler von der Stadtverwaltung. Damit soll dann der Oberbürgermeister beauftragt werden, der außerdem bevollmächtigt werden soll, alle erforderlichen Sachverhalte für die Entstehung eines kommunalen MVZ zu prüfen.

Es fehlen Hausärzte

Grund ist, dass die medizinische Versorgungslage, insbesondere im Hausarztbereich, in Reichenbach nach wie vor sehr angespannt ist, heißt es von der Stadtverwaltung. Mit einem Versorgungsgrad von etwa 82 Prozent habe sich die Lage gegenüber Anfang 2017 nicht verbessert. Noch immer sind mehrere förderfähige Hausarztstellen unbesetzt. Zusätzlich bereitet der hohe Altersdurchschnitt der ansässigen Ärzteschaft für die Zukunft Probleme.

Im vergangenen Jahr wurden daher konkrete Pläne verfolgt, ein medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) sowohl für Haus- als auch für Fachärzte in den Räumlichkeiten des Neubaus des Wohn- und Geschäftshauses am Solbrigplatz zu etablieren. Der Plan war eigentlich, dass ein privater Investor dies realisieren sollte. Die Gespräche gerieten jedoch ins Stocken.

Kann ein neues MVZ etabliert werden?

"Insbesondere die Paracelsus-Insolvenz verschärft die Lage, weil aufgrund der entstandenen Unsicherheit Ärzte und Angestellte des Reichenbacher Krankenhauses nach neuen Beschäftigungen suchen", so Heike Keßler. Es bestehe die Befürchtung, dass ein Personalabfluss entsteht, der schwer umkehrbar werden könnte.

Um die Situation vor Ort nachhaltig zu verbessern, soll der Oberbürgermeister vom Stadtrat beauftragt werden, zu prüfen, ob die Kommune selbst ein Hausarzt-MVZ etablieren kann. Dazu wurden bereits erste Vorgespräche geführt. Es ist zunächst vorgesehen, bis zu drei Hausärzte zu beschäftigen. Dabei könnten als Ergänzung zu Neuansiedlungen auch Bestandsärzte einbezogen werden.