„Reif auf der Bettdecke“: Stefanie Hertel spricht über karge Jahre im Osten

Stefanie Hertel spricht über ihr Aufwachsen und Leben im Vogtland

Region

Stefanie Hertel wohnt seit 1997 im oberbayerischen Chiemgau. In einem beschaulichen Dorf hat sich die beliebte Sängerin ein trautes Heim geschaffen – viele Freunde und nicht zuletzt natürlich ihr Ehemann Lanny Lanner sowie Tochter Johanna Mross bereichern ihr Leben. Doch Hertel kommt nicht ursprünglich aus Bayern. Sie ist gebürtige Vogtländerin, geboren und aufgewachsen in Oelsnitz. Bis heute bezeichnet die Sängerin das Vogtland als ihre erste Heimat und hat die Kindheit und Jugend dort gern verbracht. An familiärer Liebe – nicht zuletzt durch Papa Eberhard (†) – hat es ihr nie gefehlt. In anderer Hinsicht musste Hertels Familie jedoch große Abstriche machen.

Stefanie Hertel: „Aufgewachsen in uraltem Haus, ohne Heizung, mit Plumpsklo“

Wie die Sängerin erzählt, verbrachte sie ihre Kindheit unter nicht allzu komfortablen Bedingungen: „Ich bin aufgewachsen in einem uralten Haus, ohne Heizung, mit Plumpsklo. Im Winter war es so kalt… In meinem Schlafzimmer, da war Reif auf der Bettdecke.“ Während Hertel heute sicher nicht mehr frieren muss, scheint Kälte in ihren frühen Jahren ein ständiger Begleiter gewesen zu sein. Doch diese Umstände haben sie wohl abgehärtet – „das war eben so“, meint die 46-Jährige im Podcast „DNA des Ostens“. Zudem steht für Stefanie Hertel fest: „Meine Kindheit war trotzdem schön.“

„Wir Menschen im Osten, wir sind anders geprägt“

Ein Leben im Luxus habe die Sängerin nie gebraucht. Stefanie Hertel betont: „Wir Menschen im Osten, wir sind anders geprägt. Wir haben andere Dinge, wir haben 40 Jahre lang andere Dinge erlebt. Wir haben anders gegessen, wir haben andere Sendungen geguckt.“ Im deutschen Westen und Osten hat sich die Lebensweise lange stark unterschieden – das ist Hertel mehr als bewusst. Historisch bedingt waren gewisse Unterschiede von Grund auf gegeben. Doch die 46-Jährige will eines klarstellen: „Ich finde es immer schade, wenn da so gewisse Vorurteile gegenüber dem Osten bestehen, und wenn man immer noch so diese krasse Grenze sieht.“

Stefanie Hertel „sehr stolz, in diesem Land geboren zu sein“

Heimat hat für Stefanie Hertel immer einen regionalen Bezug – die Vogtland-Region bündelt für sie persönlich das Gefühl von Zuhause. Trotzdem erklärt die Blondine, sie betrachte sich selbst nicht vorrangig als Vogtländerin oder als Sächsin: „Ich sehe mich in erster Linie als Deutsche.“ Hertel schwärmt: „Ich bin auch sehr stolz darauf, in diesem wundervollen Land geboren und aufgewachsen zu sein.“ Nicht nur in ihrer ersten Heimat – dem Vogtland – fühle sich die 46-Jährige sehr verwurzelt – auch für Bayern schlage ihr Herz. Das Leben, das sie sich dort aufgebaut hat, wolle Stefanie Hertel nie wieder missen.

Habt ihr eine Meinung zu diesem Artikel oder einen Fehler entdeckt? Dann weist uns gern darauf hin.

Auch interessant für dich