Reifegrad auf dem Prüfstand: Moped schon mit 15?

Modell Vogtländische Bundespolitikerin will Alter für Moped senken

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Yvonne Magwas setzt sich gern auch mal selbst auf ein Moped. In diesem Fall bei einer Karussellfahrt. Foto: Thomas Voigt

Auerbach/Berlin. Der Moped-Führerschein mit 15 wird für weitere zwei Jahre verlängert. Die Entscheidung fiel Anfang der Woche im Bundesverkehrs-Ministerium. Das Modellprojekt für Zweiräder mit maximal 45 Stundenkilometern bleibt dabei auf Ostdeutschland begrenzt.

Bundestags-Abgeordnete Yvonne Magwas (CDU) führte in den zurückliegenden Wochen viele Gespräche zu diesem Thema. "Mobilität spielt im ländlichen Raum eine wichtige Rolle." Junge Leute müssen zum Teil weite Wege zu ihrer Ausbildungsstätte zurücklegen.

Eltern und Fahrschulen sind gefragt

Ihrer Einschätzung nach könne der Öffentliche Personennahverkehr die Mobilitäts-Bedürfnisse nicht alleine erfüllen. Nun gehe es darum, mögliche Schwachstellen abzubauen. In diesem Prozess seien besonders Eltern und die Fahrschulen gefragt. Der Modellversuch ist nicht unumstritten.

Kritiker stellen den Reifegrad der 15-Jährigen in Bezug auf ihre aktive Teilnahme am Straßenverkehr in Frage. Eine erhöhte Unfallquote bei Mopedfahrern verhindert derzeit eine dauerhafte Senkung des Mindestalters für den Moped-Führerschein.

Zurück bleibt Unschlüssigkeit

Bisher haben begleitenden Studien zur Verkehrssicherheit von Jugendlichen zu keinen eindeutigen Ergebnissen geführt. In den alten Bundesländern gibt es die Fahrerlaubnis für Kleinkrafträder erst ab dem 16. Lebensjahr. Zu DDR-Zeiten durften Schüler den Moped-Führerschein generell mit 15 erlangen.

Viele ehemalige Simson- und Schwalbefahrer erinnern sich heute noch an die Übungs-Parcours in den Schulhöfen. Das Modellprojekt startete im Mai 2013 und sollte im April dieses Jahres enden. Von Beginn an waren Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt beteiligt. Seit vorigem Jahr auch Brandenburg.