Rekord für Oberlosa: Dritter Auswärtssieg in Folge

Handball SV 04 nach 33:25-Sieg beim SV Oebisfelde auf Medaillenkurs

Oebisfelde. 

Oebisfelde. Die Mitteldeutsche Oberliga spielt total verrückt! Genau vor acht Wochen stellte noch ein Handballfan in der Pressekonferenz die Trainerfrage. Jetzt hat Chef-Coach Petr Hazl mit dem SV 04 Oberlosa den dritten Auswärtssieg in Folge gefeiert. "Das gab es noch nie in unserer Vereinsgeschichte", freut man sich im Vorstand. Und es kommt noch besser: Nach dem 33:25-Erfolg beim SV Oebisfelde fehlt den Plauenern nur noch ein Punkt zum Medaillenplatz. Die Liga ist so eng beieinander wie noch nie. Rückblick: Mitte Dezember 2019 befanden sich die Vogtländer im unmittelbaren Abstiegskampf. Deshalb hält sich Petr Hazl auch mit großen Worten zurück. "Wir haben vor zwei Monaten und auch davor keinen Deut besser oder schlechter gearbeitet als jetzt. Was mich freut ist, dass wir keine Panik geschoben, sondern den Karren im Verein zusammen angeschoben haben. Punkt!"

Oberlosa stand im Stau: Fünfstündige Anreise!

Der Sieg beim angeknockten SV Oebisfelde gewinnt noch an Wert, wenn man die Umstände betrachtet. Aufgrund eines Autobahnstaus auf der A9 traf Oberlosa erst kurz nach 18 Uhr und über fünf Stunden Fahrtzeit am Spielort im Börde-Landkreis ein. "Der Anwurf wurde auf 18.45 verlegt. Die Erwärmung vollzogen wir im Schnelldurchlauf und starteten dann mit Vollgas ins Spiel", berichtet Kapitän Carsten Klaus. Die Gäste hatten beim Tabellenvorletzten abwehrstark begonnen, jedoch im Angriff noch zu fahrig gewirkt. So führten die Plauener zwar mit 5:2 (12.), 7:4 (15.) und 9:7 (20.), doch dann riss das Konzentrationsloch auf, welches vielleicht auch der ungünstig verlaufenden Spielvorbereitung zuzuschreiben war. Michael Meichnser brachte so die Gastgeber per Doppelschlag in Führung. Doch trotz des 9:10-Rückstandes hatte man stets das Gefühl, dass die Gäste alles im Griff haben. Die Spitzenstädter wendeten schnell das Blatt und sie gingen mit einer 14:13-Führung in die Pause.

Moritz Rahn überragend!

In Halbzeit zwei dirigierte Andreas "Boris" Weikert seine Abwehr hervorragend und Oberlosa war mehr und mehr in der Lage, sein Konterspiel aufzuziehen. Chef-Trainer Petr Hazl und Assistent Richard Wander spielten gekonnt alle Trümpfe aus und so wuchs der Vorsprung komfortabel an. Bemerkenswert: Moritz Rahn (9 Tore) übernahm in allen Spielsituationen Verantwortung und ebenso Jakub Kolomaznik (6). Im geordneten Angriffsspiel wusste zudem vor allem Torsten "Torti" Wetzel (5) zu gefallen. Oebisfelde konnte jetzt nicht mehr mithalten. Oberlosa schraubte das Ergebnis nach oben. Nach den Zwischenstationen 19:16, 22:17 bis zum 27:19 dann doch noch eine Schrecksekunde: Jakub "Kuba" Kolomaznik verletzte sich am Fuß bei einer Abwehraktion und konnte fortan nicht mehr in der Deckung helfen. Jiri Fort sprang in die Bresche und der "Ersatzmann" steuerte noch zwei wichtige Tore bei. Im Angriff versuchte Paul Richter sein Glück am Kreis. "Es ist alles perfekt aufgegangen. Jeder hat dort für den Erfolg gearbeitet, wo es sein musste. Ich möchte allen, die bedingungslos an uns glauben, ganz herzlich Dankeschön sagen. Erfolg ist kein Selbstläufer", betont Petr Hazl. Nächsten Samstag geht's im Heimspiel gegen den Drittletzten HC Aschersleben um Folgendes: "Wer sich in dieser Liga überschätzt, der bekommt sofort einen Gong. Aschersleben ist nicht schlechter als wir. Der Verein hat nur weniger Punkte", stellt Petr Hazl klar. Anwurf ist 19 Uhr.

Statistik

SV 04 Oberlosa: Klaus, Flämig; Fort, (2 Tore), Wetzel (5), Weikert, Roth, Trommer-Ernst (3), Mertig (3/davon 1 Siebenmeter), Richter (2), Duschek (1), Hertel, Kolomaznik (6/1), Multhauf (2), Rahn (9).