Riesiges Netzwerktreffen in Berlin: Wichtige Themen fürs Vogtland

Andreas Heinz traf zur 100. Grünen Woche mehrere Minister

Berlin

Ein riesengroßes Netzwerktreffen auf höchstem Niveau. Das ist die Grüne Woche in Berlin. Aus vogtländischer Sicht stehen in der Hauptstadt wichtige Themen auf dem Programm. Konfliktpotenzial gibt es auf vielen Ebenen. Als Agrarpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion des Sächsischen Landtages traf Andreas Heinz aus Pöhl in dieser Woche mehrere Minister sowie Vorstands- und Verbandsvorsitzende. Was deutlich wurde: Die deutsche Landwirtschaft wird von vielen internationalen Faktoren beeinflusst. Gleichzeitig braucht der Bauer gutes Wetter. Und mitunter stehen sich Natur- und Tierschützer mit völlig unterschiedlichen Ansichten gegenüber.

Wie geht es weiter mit dem Wolf?

„Der Wolf kommt“, sagt Helmut Dammann-Tanke. Der Präsident des Bundesdeutschen Jagdverbandes e.V. betont im Gespräch mit dem BLICK: „Wir müssen diese Thematik viel sachlicher angehen, als bisher. Da ist zu viel Druck im Kessel. Diese Emotionen kosten viel Zeit, die uns dann fehlt.“ Das Problem: Die Wolfs-Population wächst in Deutschland. Das ist gut. Gibt es aber zu viele Wölfe, gerät die Natur aus dem Gleichgewicht. Wölfe reißen auch Nutztiere und sie tauchen mittlerweile auch in Wohnsiedlungen auf. Wissen muss man aber auch: Gibt es zu wenige Wölfe, ist das schlecht für die Verjüngung des Waldes. Denn Rehe fressen ausgerechnet die Spitzen der jungen Bäume, die dadurch dann eingehen.

Kein populäres Thema

Andreas Heinz ist selbst Landwirt im Nebenerwerb: „Das ist kein populäres Thema für alle Beteiligten. Aber wir müssen versuchen, alle Entscheider an einen Tisch zu bringen, um konkrete Lösungen anzugehen.“ Der sächsische Landwirtschaftsminister Georg-Ludwig von Breitenbuch ist ebenfalls Landwirt und somit kennt auch er die komplizierte Sachlage. 14.000 Jagdscheine gibt es in Sachsen. Olaf Niestroj ist der Geschäftsführer des Deutschen Jagdverbandes: „Ich bin in Theuma bei Plauen aufgewachsen und kenne das Vogtland natürlich sehr gut. Verständnis mitbringen für alle, die sich Sorgen machen, ist wichtig.“

Konkrete Ergebnisse stehen noch aus

Konkrete Ergebnisse werden nun angestrebt. Helmut Dammann-Tanke räumt ein: „Das ist alles sehr anstrengend. Jäger, Politik, Naturschützer, Tierschützer und der Bürger müssen Beachtung finden“, stellt der Präsident des Bundesdeutschen Jagdverbandes e.V. klar. Der Sächsische Waldverband mit Georg Lindner (Vorsitzender) und Hans Kraske (Geschäftsführer) war ebenso vor Ort.

Bundesminister besucht die Region

Mit einem „schlechten Gewissen komme ich heute hier zu euch“, begrüßte Alois Rainer die Gäste zum sächsischen Abend in der Sachsenhalle 21. Der Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat ist seit acht Monaten im Amt. „Ich werde euch in Sachsen besuchen“, kündigte der Straubinger an. Der Metzgermeister kennt Sachsen natürlich aus seinem Leben vor der Zeit als Bundesminister gut. „Ich möchte euch aufrufen: Lasst euch nicht alles kaputtreden. Ihr habt tolle Menschen, die für die Landwirtschaft brennen. Und Sachsen ist ein tolles Land. Dort war und bin ich immer gerne.“ Applaus gab es da auch von Dr. Andreas Kraus, dem Geschäftsführer des Tourismusverbandes Vogtland.

Viele Probleme erörtert

Zwei gestandene Größen der sächsischen Pferdezucht warteten bereits am Nachbartisch. Andreas Lorenz erfreut sich als Ehrenpräsident des Landesverbandes Pferdesport Sachsen großer Beliebtheit. Und Dr. Matthias Gröbert stand als Landesstallmeister a.D. und Buchautor ebenso hoch im Kurs. Ebenso wichtig war der Kontakt mit Tommy Brumm, dem Präsidenten des Landesverbandes Sachsen der Kleingärtner e.V. „Ich komme aus Reichenbach im Vogtland und ich weiß somit auch um die Probleme vor Ort.“ Kleingärtner beklagen in Deutschland zum Beispiel zu viele Bestimmungen und Auflagen. In Sachsen gibt es ein erhebliches Leerstandsproblem in Kleingartenanlagen.

325.000 Besucher werden zur 100. Grünen Woche in Berlin erwartet

Regina Kraushaar kündigte als Sächsische Staatsministerin für Infrastruktur und Landesentwicklung zusammen mit Andreas Heinz in dieser Woche einen Arbeitsbesuch im Vogtland an. „Dazu informieren wir dann aktuell“, stellte die Ministerin in Aussicht. Gemeinsam mit Barbara Klepsch (Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus) tauschten sich die Politiker aus. Zu weitere Arbeitsgesprächen beziehungsweise Themen, zum Beispiel mit den Imkern, berichtet der BLICK in den kommenden Tagen. 325.000 Besucher werden zur 100. Grünen Woche in Berlin erwartet. 1.600 Aussteller aus 50 Ländern sind auf dem Messegelände am Funkturm dabei.

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