Röthenbacher Handbiker lebt seinen Traum

Mutmacher Steffen Seifart startet in seine zweite Weltcup-Saison

roethenbacher-handbiker-lebt-seinen-traum
Isabel Badstübner und Steffen Seifart sind privat aber auch an der Rennstrecke ein Team. Foto: Th. Voigt

Röthenbach. Seine Oberarme strotzen vor Kraft. Ein deutliches Zeichen dafür, dass Steffen Seifart gut im Training steht. Der Röthenbacher misst sich mit der Handbiker-Elite. Voriges Jahr beendete er seine erste Weltcup-Saison (UCI-Liste) auf einem für ihn guten 15. Platz. Ernsthaft betreibt er diesen Sport erst seit etwas mehr als zwei Jahren. Nun will der 35-Jährige noch eine Schippe drauflegen.

Trainingslager und eiserne Disziplin

"Ich will mich fürs National-Team empfehlen." Für diesen Traum gibt er alles. Kürzlich schwitzte der ehrgeizige Vogtländer bei einem mehrtägigen Trainingsaufenthalt in Lanzarote. Organisiert wurde die Reise von seinem Cottbuser Verein (BPRSV). In seiner Klasse (MH3) gehört er jetzt schon zu den besten deutschen Handbikern. Ohne eiserne Disziplin würde dies nicht funktionieren. "Die Trainingspläne bekomme ich vom Verein."

Im Winter trainierte der ambitionierte Biker zuhause auf Rollen. Sein Leben im Rollstuhl hat der gelernte Zimmermann so wie es ist angenommen. Über seinen Motorradunfall von 2004 spricht er nicht mehr so viel. Es gibt genügend andere Aufgaben im Leben des ehrgeizigen Leistungs-Sportlers. Neben der ehrenamtlichen Arbeit als Ortsvorsteher betreut er einmal pro Woche Besucher im Rodewischer Jugendclub. Vorigen Herbst zog Freundin Isabel ins schmucke neue Eigenheim ihres Liebsten ein.

Die junge Frau arbeitet als Erzieherin in einer Rodewischer Kita. "Wir kennen uns seit Kindergartenzeiten", verriet sie. Wann immer es ihr möglich ist, begleitet sie ihren Freund zu den Rennen. Auf ihn scheint sich das sehr motivierend auszuwirken. "Vor dem Start verspreche ich ihr immer, dass ich mich beeilen werde." Diesen Sonntag ist es wieder soweit. In Berlin fällt der Startschuss zum Halbmarathon. Bis zum ersten Weltcup der Saison am 5. Juni im belgischen Ostende soll die Formkurve weiter nach oben zeigen.