Rollbockschuppen vom Traditionsverein öffnet am Pfingstsonntag

Eisenbahngeschichte "Ohne Berta gäbe es keine Rollbockbahn"

Wenn sich der Lokschuppen in Oberheinsdorf am Pfingstsonntag von 14 bis 17 Uhr öffnet, kann man ein Stück regionale Eisenbahngeschichte erleben. Der Traditionsverein Rollbockbahn e.V. mit seinen Mitstreitern lädt dazu herzlich ein, wobei natürlich auf Abstand geachtet werden muss. "Wir hatten gemeinsam einen Arbeitseinsatz durchgeführt, und nun blitzt alles", sagt Vereinsmitglied Karl-Heinz Mayer. Das Gelände wurde aufgeräumt, alles für den ersten Besuchertag in dieser Saison hergerichtet.

Zu sehen ist die Schau "Ohne Berta gäbe es keine Rollbockbahn". Berta hieß eine Bahn, die von Reichenbach nach Oberreichenbach, dann zur Göltzschtalbrücke und über Mylau weiter nach Lengenfeld fuhr. Namentlich steht für diese Schau Vereinsmitglied Karl-Heinz Mayer, der privat eine große Sammlung an Dokumenten hat, die er über die Jahre hinweg angesammelt hat. "Darunter ist zum Beispiel ein Fahrplan von 1905". sagt er. Diesen schenkte ihm in den 70-er Jahren eine Frau. "Jetzt passt der Fahrplan genau dazu."

Das 125-jährige Jubiläum feiert die Berta dieses Jahr. "Am 30. April 1895 wurde die Bahnlinie eröffnet", so Karl-Heinz Meyer. Die Erweiterung der Strecke nach Lengenfeld wurde am 16. Mai 1905 gefeiert. "Am 1. Oktober 1909 war die Eröffnung des Personenverkehrs mit der Rollbockbahn." Diese fuhr vom unteren Bahnhof in Reichenbach nach Oberheinsdorf und zurück. Dass es ohne die Bahnstrecke, die liebevoll Berta genannt wurde, die Rollbockbahn gar nicht gegeben hätte, war Grund genug für die heutigen Rollbockbahner, sich mit der sogenannten Berta intensiver zu beschäftigen und eine Ausstellung auf die Beine zu errichten.

Im Lokschuppen und auf dem Freigelände sind Objekte und Dokumentationen zu sehen, um die Erinnerung an die im Zeitraum von 1902 bis 1962 zwischen dem Unteren Bahnhof Reichenbach und Oberheinsdorf verkehrende Rollbockbahn lebendig zu erhalten. Auf dieser Strecke fuhren die drei einzigen Drehgestell-Lokomotiven Fairlie I M der Sächsischen Maschinenfabrik Hartmann in Chemnitz. Außerdem sind viele Einrichtungen und Gegenstände zu sehen, die beim Betrieb der Rollbockbahn verwendet wurden.