Rundgang ins Innere der Orgel

Projekt Seltener Werkstatt-Abend in Geilsdorfer Kirche

Geilsdorf. 

Geilsdorf. So etwas erlebt man nicht alle Tage. Kürzlich lud Pfarrer Thilo Kirchhoff alle Neugierigen zu einem Werkstattabend in die Geilsdorfer Kirche ein. Seit August vorigen Jahres wird dort die 1834 von Christian Friedrich Polster erbaute Orgel für rund 100.000 Euro restauriert. Zuletzt wurde das Instrument 1989 überholt. Das Team um Orgelbauer Ekkehart Groß gab den Gästen tiefere Einblicke in die laufenden Arbeiten. So erfuhren sie, dass zwei der drei Keilbälge komplett mit Schafsleder erneuert wurden. Jetzt ist die "Lunge" des Instruments wieder voll funktionstüchtig.

Schwergängigkeit der Mechanik wurde verbessert

Unmittelbar hinter der silbrig glänzenden Front der Orgel fanden sich die Besucher auf beengten Raum zwischen unzähligen Holzteilen und Drähten wieder. Es handelt sich um das erste Werk des aus Erlbach stammenden Erbauers. Chef-Restaurator Groß erklärte das Zusammenspiel der Mechanik. "Einige der Abstrakten haben wir ausgetauscht", verriet der Fachmann. Im Laufe der Jahre sei der eine oder andere Messing-Draht gebrochen. "Das Hauptproblem war die Schwergängigkeit der Mechanik. Das haben wir geändert." Heidi Kirchhoff, die Frau des Pfarrers, hörte genau zu. Die Organistin kann es kaum erwarten, wieder an der Orgel zu sitzen. "Sie freut sich sehr darauf", weiß ihr Ehemann. Ein paar Wochen muss sie sich aber noch gedulden. Mitte Mai sollen die Arbeiten beendet sein. In den nächsten Wochen optimiert ein Intonieur den Klang der Orgel.