Schade: Dieses Jahr kein Moosmanntreffen

Pause Veranstalter überdenkt sein Konzept

Plauen. 

Das vogtländische Moosmanntreffen fällt in diesem Jahr aus. Jean-Curt Röder vom Gewerbeverein 1867 e.V. bestätigte gestern dem BLICK: "Nach zehn Jahren ohne Unterbrechung sind wir dabei, das Konzept zu überdenken." Schon lange beklagt sich der Verleger vom Klostermarkt, dass immer weniger Einzelhändler in der Plauener Innenstadt präsent sind: "Die vielen Filialisten haben mit heimatlichem Geplänkel gar nichts am Hut. So ein Moosmanntreffen kostet Geld, zumal wir keinen Eintritt nehmen", begründet der Initiator die Pause. Auf der Suche nach Sponsoren hätten die Organisatoren von einer Bank Kugelschreiber angeboten bekommen. "Das hat mir dann schwer zu denken gegeben", berichtet Röder und er fügt hinzu: "Kugelschreiber mit Werbebotschaft verteilen und gleichzeitig den Moosmann als gutmütige vogtländische Sagengestalt feiern, das klingt nach amerikanischem Vorbild." Der 68-Jährige bittet die Teilnehmer, dem Moosmanntreffen die Treue zu halten. "Ich möchte mich ausdrücklich bei allen bedanken, die uns so toll geholfen haben über die vielen Jahre", so Röder, der ergänzt: "Besonders hervorheben möchte ich die Freie Presse." Die Heimatzeitung hatte das Moosmanntreffen federführend unterstützt. "Leider haben nicht alle Gewerbetreibenden in der Plauener Innenstadt etwas übrig, für solch eine Veranstaltung", klingt aus den Worten von Jean-Curt Röder auch ein Stück weit Resignation. Der Moosmann - oder auch Moosmaa wie die richtigen Vogtländer sagen - diese vom Waldwuchs befallene Sagengestalt gehört im Land der Berge und Täler einfach zur Adventszeit. Warum? Weil dem selbst Not leidenden Moosmaa nachgesagt wird, dass er guten Menschen in ihrer Armut immer hilft. Es soll ihn heute noch geben. Unter Wurzeln lebt er. Ganz zurückgezogen in den Tiefen der vogtländischen Wälder.