Schloss Greiz als begehbares Märchenbuch

Kutlturgschichte Was das Schloss mit den Brüdern Grimm verbindet

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Hier kann man sich die Bilderfolge eines Märchens anschauen und dazu lesen. Foto: Simone Zeh

Greiz. Eine Reise durch die Welt der Märchen ermöglicht das untere Schloss Greiz. Gleich einem begehbaren Märchenbuch wechseln mit jedem Raum die Szenen, steht ein anderes Märchen im Mittelpunkt. Präsentiert werden sie als überdimensionales Wandbild, lebensgroße Szene, als Playmobil-Diorama oder als Bilderfolge mit Texten. Und: Es stehen Playmobil-Spieltische bereit, an welchen man die Märchen nachspielen oder neu inszenieren kann.

"Die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm mit dem Schloss zu verschmelzen, war unser Anliegen", sagt Museumsdirektor Rainer Koch im Namen seines Teams. Denn: Die bauhistorische Substanz des unteren Schlosses und die Märchen entstanden in der gleichen Zeit. Das untere Schloss in Greiz wurde von 1802 bis 1809 gebaut. Die Märchen, die Jacob und Wilhelm Grimm sammelten, wurden von Mägden, Bauern und Hirten erzählt. Der erste Buchband erschien im Jahr 1812. Das war auch die Zeit der Aufklärung und der Romantik mit dem beginnenden 19. Jahrhundert. Und auch die von Napoleon und der Französischen Revolution.

Noch eines ist dem Museumsdirektor wichtig: "Mir war bei einer früheren Ausstellung aufgefallen, dass die Kinder zwar Märchen wie Aschenputtel kennen, aber viele Mädchen und Jungen die Märchen der Brüder Grimm, die zur Kulturgeschichte zählen, nicht vorgelesen bekommen und sie auch nicht selbst gelesen hatten." Die Freude an den Märchen und am Lesen dergleichen zu wecken, auch das soll die Ausstellung erreichen. Diese ist bis zum 26. März im unteren Schloss zu besichtigen. Und: Im oberen Schloss ist ebenfalls Märchenhaftes rund um Dornröschen zu entdecken.