Schock! Plauener Wasserballer ziehen sich zurück

Beschluss Schwimm-Verein meldet erste Mannschaft aus Bundesliga ab

Plauen. 

Plauen. Das Präsidium des Schwimm-Vereins "Vogtland" Plauen kündigte in diesem Monat den Rückzug der Bundesliga-Wasserballer aus der A-Gruppe an. Mit Tabellenplatz sechs hatten sich die Vogtländer eigentlich in der Liga gehalten.

 

Diverse Herausforderungen

Trotz der guten sportlichen Leistung und der besten Saison der Vereinsgeschichte verkündete SVV-Präsident Ralf Bräunel die Entscheidung: "Trotz unserer guten sportlichen Leistungen sind wir zum Entschluss gekommen, für die kommende Saison keine Erstliga-Mannschaft zu melden." Seit sechs Jahren spielen die Vogtländer im deutschen Wasserball-Oberhaus mit einer Mannschaft, die neben erfahrenen Plauener Wasserballern, talentierten SVV-Eigengewächsen und Verstärkungen aus In- und Ausland eine Leistung abgerufen hat, die bundesweit ihres Gleichen sucht.

SVV-Präsident Ralf Bräunel fährt fort: "Wir, mit unserem 500 Mitgliedern haben es geschafft, gegen Vereine aus den Ballungsgebieten zu bestehen, die an die 10.000 Mitglieder haben. Im Bundesdurchschnitt sind bei Erstliga-Begegnungen 200 bis 300 Zuschauer im Bad, bei uns waren durchschnittlich über 400. Es gibt viele Beispiele, in den letzten 6 Jahren, auf die wir mit großem Stolz zurückblicken." Dies war aber nur möglich, weil alles zusammengepasst hat. Nun steht der SVV vor diversen Herausforderungen, die man nicht ohne weiteres stemmen kann. Um in der Elite-Liga zu spielen, müsste man jetzt weitere Verstärkungen einkaufen.

 

Konzentration auf Jugendarbeit

Mit einer reinen Legionärstruppe wollen die Plauener jedoch nicht antreten. "Wir erachten es für wichtiger, uns nun vollkommen auf die Jugendarbeit zu konzentrieren und streben in einigen Jahren wieder den Aufstieg ins Wasserball-Oberhaus an", so Ralf Bräunel. Hinzu kommen wirtschaftliche Risiken, die der SVV-Vorstand nicht abschätzen kann: "Wir im Präsidium haben nicht nur die Verantwortung für den Bundesliga-Wasserball, sondern auch für alle anderen Sparten des SVV. Wir werden mit dem Etat der ersten Mannschaft keine Risiken eingehen, die den Verein in Schieflage bringen könnten."

Sichtlich bewegt ergänzte Cheftrainer und Macher des Erfolgs, Jörg Neubauer: "Seit 2007 leitete ich die Mannschaft und wir haben grandiose Erfolge gefeiert. Dass das nun im kommenden Jahr nicht mehr so sein wird, fällt nicht nur den Jungs schwer zu glauben, sondern auch mir. Doch diese Entscheidung ist die richtige, denn für uns ist es am wichtigsten, dass wir uns im Guten trennen und uns nicht aufgrund sportlicher Misserfolge im Verein menschlich entzweien. Nun heißt es für uns, nicht mit Trauer in die Zukunft zu schauen, sondern mit Stolz auf die Vergangenheit."