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Vogtland

Schon Hans Christian Andersen war hier: Plauener Hotel mit langer Tradition

geschichte Einrichtung musste bei vollem Betrieb umgebaut werden

Plauen. 

Plauen. Plauen hat sehr unter den DDR-Verhältnissen gelitten. Ganz besonders die Bausubstanz dieser so stolzen Stadt. Das heutige Hotel Alexandra auf der Bahnhofstraße konnte man zur Wendezeit als "Haus der Schizophrenie" bezeichnen. Denn das damalige Deils-Hotel war baufällig. In den Räumlichkeiten selbst jedoch öffnete eine Zeit lang der Intershop das Tor zur glamourösen Welt.

Steinige Bauphase begann nach der Wende

Für alle Jüngeren: Im Intershop konnte der DDR-Bürger ausgewählte BRD-Produkte für Westgeld kaufen, nachdem er die D-Mark in sogenannte Forumschecks umgetauscht hatte. Als sich dann die Grenzen öffneten, war Plauen die erste Stadt von Bayern aus gesehen, die vor allem für die vielen westdeutschen Unternehmer interessant war. Darauf war die Spitzenstadt nicht vorbereitet. Und es kamen immer mehr Besucher in die Stadt, die bautechnisch ab 1991 boomte. Alexandra Glied erinnert sich: "Als meine Eltern das Deils-Hotel aus dem Vermögen der Handelsorganisation HO kauften, waren nur wenige Zimmer nutzbar." Und ihr Bruder Dieter fügt hinzu: "Bei laufendem Betrieb wurde das Hotel mit riesigem Aufwand von der vierten Etage abwärts saniert und erweitert." Alexandra Glied sollte Chefin und Namensgeberin des Familienhotels werden. "Die Zimmer in den oberen Etagen waren zu dieser Zeit nur über eine Feuerleiter erreichbar, was einem Gast mit Höhenangst, nachdem er mühsam den Aufstieg geschafft hatte, mehr oder weniger in seinem Zimmer festsitzen ließ", lacht Alexandra Glied heute.

Deils-Hotel ist seit 1998 in Leitung von Alexandra Glied

Alexandra lernte ab 1992 Hotelkauffrau und in dem Jahr wurde der fünfstöckige Anbau am historischen Altbau fertig. Sechs Jahre später folgte ein Übergang zum Parkhaus in den Kolonnaden, was dem Hotel noch einen dritten Tagungsraum bescherte. Seitdem ist Alexandra Hoteldirektorin. Gemeinsam mit Mutter Gisela, die leider verstorben ist, und einem tollen Team hat man großes Ansehen erworben und 1997 auch als erstes Haus in Plauen vier Sterne verliehen bekommen.

Hans Christian Andersen beehrte das Hotel auf seiner Reise

Das Hotel Alexandra hat 70 Zimmer, zwei Suiten und insgesamt 125 Betten zu bieten. 30 Mitarbeiter sind hier beschäftigt. Weltoffen war das heutige Vier-Sterne-Haus bereits vor 169 Jahren. Carl August Deil hatte es auf der Bahnhofstraße erbaut, weil sich durch die Eröffnung der Bahnlinie Leipzig-Plauen-Hof für die Vogtlandmetropole eben das Tor zur Welt öffnete. Das war dann mit dem Mauerbau 1961 zu. Inzwischen können alle Erdenbürger - so wie einst auch der dänische Schriftsteller Hans Christian Andersen am 10. Oktober 1860 - wieder ungehindert im Hotel übernachten.



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