Schüler erinnern an Bücherverbrennung in NS-Zeit

Strassenaktion Klassenzimmer wurde direkt vors Rathaus verlegt

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Schüler der Trias-Oberschule lesen vor dem Elsterberger Rathaus die Namen der Autoren laut vor, deren Bücher im Nationalsozialismus verbrannt wurden. Foto: Thomas Voigt

Elsterberg. Erich Kästner, Thomas Mann, Kurt Tucholsky und Johannes R. Becher, gehören zu denjenigen Autoren, deren Bücher am 10. Mai 1933 in zahlreichen deutschen Universitätsstädten von den Nationalsozialisten verbrannt wurden. Mit einer besonderen Aktion erinnerten Schüler der Elsterberger Trias-Oberschule an dieses dunkle Kapitel deutscher Geschichte.

Vorigen Mittwoch verlegten sie ihr Klassenzimmer direkt vors Rathaus. Auf den Pflastersteinen des Marktplatzes breiteten die Neuntklässler symbolisch zwei Rollen mit den Namen von mehr als 300 Philosophen, Wissenschaftlern, Lyrikern, Romanciers und politischen Autoren aus. Fast eine halbe Stunde lasen die Jugendlichen von vorbereiteten Blättern die Namen der damals geächteten Freigeister über ein Mikrofon laut vor. Zum Abschluss nahm Gemeinschaftskunde-Lehrerin Doritta Korte Kästners Buch "Emil und die Detektive" zur Hand und las kurz daraus vor.

"Es ist ein sehr komplexes Thema"

Im Vorfeld der Aktion beschäftigten sich die Schüler im Unterricht sehr intensiv mit dieser Thematik, verriet Korte. "Es ist ein sehr komplexes Thema." Demokratie und Grundrechte nehmen im Lehrplan eine besondere Rolle ein, sagt sie. Unter anderem beschäftigten sich die jungen Leute mit dem heutigen Rechtssystem in Deutschland. Bei dieser Gelegenheit lernten sie beispielsweise auch, wie man hierzulande eine Demonstration im öffentlichen Raum vorbereitet. Die öffentliche Aktion auf dem Elsterberger Marktplatz musste natürlich auch angemeldet werden. Polizeibeamte sicherten die Kundgebung ab.