Schulklasse kehrt nach 60 Jahren zurück

Treffen Abiturienten legten 1957 ihr Abitur ab

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Die 12 B2 besuchte 60 Jahre nach dem Abitur das Adolph-Diesterweg-Gymnasium in Plauen. Zu den Klassentreffen bringen die ehemaligen Schüler auch ihre Partner mit. Foto: Pestel / Pressebüro Repert

Plauen. Das hat es offenbar in 106 Jahren am Adolph-Diesterweg-Gymnasium noch nicht gegeben. 60 Jahre nach dem Abitur kehrte eine Schulklasse an den Ort ihrer Jugend zurück. "Wir sind alle um die 78 Jahre jung, haben 1957 hier in Plauen das Abitur abgelegt und wir haben leider 16 unserer Schulkameraden bereits verloren", berichten die 13 verbliebenen Schüler der einstigen 12 B2.

Gute Freunde kann niemand trennen

Enge Freundschaften verbinden die Klassenkameraden, die beinahe ausnahmslos in Plauen leben. "Zu unseren Klassentreffen kommen auch immer die Ehepartner mit. Denn unser Zusammenhalt ist sagenhaft", findet Dr. Normann Haßler. Der weithin bekannte Kardiologe sieht als noch immer praktizierender "Herzdoktor" die Welt schon lange mit anderen Augen. "Wer wie wir im Krieg als Kind im Luftschutzbunker saß, der weiß den Frieden ganz anders zu schätzen. Und für uns ist es ein riesiges Glück, dass wir als Gruppe noch so fit sind", ist der Facharzt für Innere Medizin dem Leben überaus dankbar.

Von Jugoslawien nach Italien geschwommen

Noch prominenter als der Mannschaftsarzt des HC Einheit und des 1. FC Wacker aber war einst ein gewisser Joachim Kairies. Der Zehnkämpfer gehörte seinerzeit beim ASK Vorwärts Potsdam zum Olympiakader. Seine Klassenkameraden können es heute noch nicht fassen, was ihr Freund dann in tiefster DDR-Zeit vollbrachte. Normann Haßler verrät: "Joachim Kairies nutzte eine Jugoslawien-Reise, um abzuhauen. Er ist von Jugoslawien an der engsten Stelle durchs Meer nach Italien geschwommen und dann in die Bundesrepublik übergesiedelt." Von da an machte Joachim Kairies im Hamburger Senat als Sportdezernent Karriere.

Zwei Tage lang Klassentreffen gefeiert

Weil dieser Verbund auch heute noch so gut funktioniert, zog sich das Klassentreffen gleich über zwei Tage hin. "Wir haben zuerst im Alten Handelshaus gefeiert, sind dann am nächsten Tag in unsere Schule gegangen und haben am Nachmittag dankenswerter Weise die private Dampfmaschinen-Ausstellung von Familie Rannacher besuchen dürfen." Bemerkenswert: Die durchweg studierten Leute brachten immerhin drei Professoren, Ingenieure sowie den Künstler Wolfgang Rudloff hervor. Sie waren sogar so beliebt und wohl erzogen, dass zu den Klassentreffen mit Günter Kadner (89) auch der frühere Sportlehrer heute noch dabei ist.

Ein großes Dankeschön

Die Organisatoren Inge Betz, Günter Deeg und Normann Haßler baten beim Abschied noch: "Ein herzliches Dankeschön möchte die 12 B2 an Lehrer Ulrich Pestel übermitteln für den tollen Schulrundgang und die Möglichkeit, noch einmal auf unseren Plätzen sitzen zu dürfen. Was für ein großes Glück wir doch haben." Die Schulklasse 12 B2 legte 1957 das Abitur ab. Heute leben noch Inge Betz, Günter Deeg, Normann Haßler, Peter Beier, Ekkehard Helwich, Joachim Kairies, Wolfgang Keil, Jürgen Piehler, Klaus Reichelt, Wolfgang Rudloff, Wilhelm Sonntag, Günter Weinhold und Dieter Wildenhain.