Sehnsucht ohne Augenlicht

Konzert Dona Rosa beim Folkherbst im Malzhaus

Plauen. 

Samstagabend kurz nach 23 Uhr im Kellergewölbe des Malzhauses Plauen: Die Sängerin wurde an die Hand genommen und von der Bühne geführt. Die Zuhörer spendeten zuvor nochmals reichlichen Beifall. Ein emotional aufwühlendes Konzert ging gerade zu Ende. Dona Rosa aus Portugal brachte dem Publikum den Fado näher. Und wie! Diese blinde und aus einfachsten Verhältnissen stammende Künstlerin, musste sich dabei keineswegs verbiegen, nirgendwo verstellen. Alles wirkte durchweg authentisch, ehrlich und vor allem herzlich. Gerade die von ihr fabelhaft gezeigte Natürlichkeit, erzeugte den Charme dieses Auftritts. Die Portugiesin zeigte zugleich, welches enorme musikalische Potenzial in ihr steckt. Die Lieder bildeten auch ein Stück bewahrenswerter Tradition ihrer südwesteuropäischen Heimat ab. Dieser Ansicht war auch Karin Lenk. Eine aufmerksam zuhörende Frau, die vor Jahren zur Folkherbst-Jury kam. "Damals wurde jemand aus dem Publikum für diese Aufgabe gesucht", erinnert sie sich. "Für mich ist das hier sozusagen jedes Mal die echte fünfte Jahreszeit. Bereits mehrfach hielt sie als Jurymitglied die Laudatio bei der Preisverleihung.