Seit 70 Jahren gibt's im Ringerheim Plauener Bier

Vereinsaktion KSV Pausa bekommt Hilfe bei Sanierung von Dach und Fassade

Pausa. 

Pausa. Selbst die "Alten Athleten" haben da noch nicht gelebt. 1928 kaufte der Kraftsportverein Pausa das Ringerheim. Ohne die Manpower der KSV-Aktiven würde die ehemalige Stickerei ganz sicher schon längst nicht mehr stehen. Jetzt hat der Verein erneut 18.500 Euro und jede Menge Herzblut in Fassade und Dach investiert. 30 Helfer waren im Einsatz. "Sternquell hilft" bekanntlich dort, wo der Schuh drückt. Und so kamen die fehlenden 750 Euro aus dem Vereinsprojekt der Plauener Brauerei. Produktmanager Thomas Münzer war vom Gesamtergebnis vor Ort begeistert: "Der Ringersport hat schon immer das Leben in der Stadt Pausa spürbar geprägt. Für euch als überregional erfolgreichen Verein gab es natürlich auch viele Siege zu feiern. Ich bin sicher, dass ihr auch künftig in diesem schönen Vereinslokal allen Grund haben werdet, euch zu freuen."

Das erste Sternquell-Bier ging übrigens auf den Vereinsvorsitzenden Ulrich Leithold. "Weil ich mich im Namen des Vereins bei allen Sponsoren und allen Helfern bedanken möchte. Das muss uns in Coronazeiten erst einmal jemand nachmachen", klatschte der KSV-Chef verbal in die Hände. Im Alter von 79 Jahren kletterte sogar die KSV-Legende Horst Steinert noch einmal aufs Dach, um den insgesamt etwa 30 Ehrenamtlichen, die am Bau mitwirkten, seinen Respekt zu zollen.

Haben die Pausaer Bier über die Bezirksgrenze "geschmuggelt"?

Der frische, neue Anstrich passt perfekt zur folgenden Anekdote, die in lockerer Runde zur Sprache kam. "Wisst ihr noch wie das früher war? Es war so schwer gutes Bier zu bekommen." Den Einwurf von Klaus Wappler griffen die lebenslustigen Ruheständler lebhaft auf. Seit mehr als sieben Jahrzehnten ist jener Klaus Wappler seinem Heimatverein verbunden. Erst als Aktiver, später dann als Vorsitzender hat er den KSV mitgestaltet. Viel von seinem Wissen und Können hat er weitergegeben. Er stellte dann klar: "Wir trinken hier bereits seit 70 Jahren das gute Sternquell-Bier!" Das ist insofern bemerkenswert, weil Pausa während der DDR-Zeit dem Bezirk Gera zugeordnet war und nach der Wiedervereinigung Deutschlands zunächst thüringisch wurde.

Erik Walk ist Gebietsverkaufsleiter bei Sternquell und in der ehemaligen DDR aufgewachsen: "Das war ein wirkliches Kunststück, Sternquell über eine Bezirksgrenze hinaus auszuliefern. Denn es wurde ja durch die Mangelwirtschaft alles zugeteilt." Wie die Pausaer das damals hinbekommen haben, das bleibt für immer ein Geheimnis. Zum 1. April 1992 setzten die Pausaer ihre Rückgliederung zum Freistaat Sachsen durch.

Diese Freundschaft ist hochoffiziell!

Die Freundschaft zwischen dem KSV Pausa und der Sternquell-Brauerei ist inzwischen auch hoch offiziell. Thomas Münzer brachte es auf den Punkt: "Ihr steht zu uns, wir stehen zu euch." Mit über 200 Mitgliedern - davon über 60 Kinder und Jugendliche - hat der 1909 gegründete KSV seine coronabedingte Wettkampfpause jetzt beendet. Für die Männer geht's in der Regionalliga weiter. Wo die Erdachsenstädter ihre Siege feiern, diese Frage stellt beim amtierenden Vizemeister natürlich keiner. Mehr als 300 solcher und ähnlicher Vorschläge gingen in der Brauerei in Plauen bereits ein. Über 60 Projekte konnten bislang gefördert werden. Bewerbungen für die Aktion "Sternquell hilft" sind nach wie vor möglich auf der Internetseite www.sternquell.de.