Sensation für alle „Eisenbahner“: Diese Zugstrecke geht wieder in Betrieb

Neuer Pächter übernimmt ab 20. Mai 2026 die stillgelegte Strecke und startet neu

Schöneck-Gunzen

Das ist eine völlig verrückte Geschichte. Nicht nur für Eisenbahnfreunde. 118 Jahre gibt es den alten Haltepunkt. Der Gunzener Bahnhof wäre wohl längst in der Versenkung verschwunden. Doch dann hatte ihn Christoph Kopp gekauft und ihm zusammen mit vielen Helfern neues Leben eingehaucht. Mit der Schließung zwischen der Bahnstrecke Adorf - Zwotental befürchteten viele Vogtländer das endgültige Aus. Doch auch diesmal hat der OVEB-Verein eine Lösung gefunden. Es gibt eine entscheidende Wendung!

 

Die Züge rollen bald wieder

Mit der Nossen-Riesaer Eisenbahn-Compagnie (NRE) wurde ein neuer Pächter gefunden. Das Unternehmen übernimmt ab dem 20. Mai dieses Jahres und die zum 31. Dezember aus dem letzten Jahr stillgelegte Strecke und schafft damit die Grundlage für deren dauerhaften Erhalt sowie die Wiederinbetriebnahme. Das bestätigte Christoph Kopp, der Vorsitzende vom Förderverein Obervogtländische Eisenbahn e.V. (OVEB) am heutigen Mittwoch. Das heißt, es werden in absehbarer Zeit wieder Züge fahren. Zuvor müssen jedoch noch einige Schwellen ausgetauscht werden. Dann rollen wieder Züge.

 

Große Unterstützung

Hintergrund: Der Förderverein Obervogtländische Eisenbahn e.V. hatte sich in den vergangenen Monaten intensiv für den Fortbestand der Strecke eingesetzt. Ein wesentlicher Baustein war dabei eine über den Partnerverein "Dialog mit Böhmen e.V." in Greiz erfolgreich durchgeführte Crowdfunding-Kampagne. Mehr als 35.000 Euro wurden eingeworben. Christoph Kopp stellt dazu fest: "Die große Unterstützung vieler Bürger und Unternehmen aus der Region und darüber hinaus sowie aller Bürgermeister der an die Bahnstrecke grenzenden Städte, des Landrats Thomas Hennig sowie der CDU-Landtagsabgeordneten Andreas Heinz, Sören Voigt und Jörg Schmidt zeigt eindrucksvoll die Bedeutung der Strecke für Bevölkerung, Tourismus und Wirtschaft des Vogtlands."

 

Neue Kooperation beginnt

Ein Teil der gespendeten Mittel werden bereits konkret eingesetzt: Schwellen sowie weiteres Oberbaumaterial konnten beschafft werden, um die dringend notwendigen Sanierungsarbeiten vorzubereiten. Regionale Unternehmer unterstützen zusätzlich mit großzügigen Materialspenden und Logistikleistungen. Ein weiterer wichtiger Schritt folgt im Sommer: Ab Juli startet eine Kooperation zwischen mehreren Gleisbaufirmen und dem Bildungswerk BAU Hessen-Thüringen e.V. aus Gera. Die Idee dahinter ist, gemeinsam mit Gleisbaufirmen neue Aspekte in die Ausbildung aufzunehmen und die angehenden Facharbeiter besser an ihre berufliche Zukunft heranzuführen.

 

Neues Jugendprojekt

"Es geht mehr um das Anpacken auf der Nebenstrecke als das Beobachten auf dem Hochleistungskorridor", beschreibt Dirk Franzisti-Scheiber als Leiter des Bildungszentrums in Gera die Überlegungen. Dabei ist das Projekt im Musikwinkel ein erster Schritt der mit wenigen Firmen wie Rhomberg Sersa aus Dresden, der Lasch GmbH aus Zwickau sowie der STRABAG Rail aus Freital gestartet wird.

 

Gleisbau wird immer wichtiger

Die Maßnahme: Auf der Strecke wird der Oberbau gezielt instandgesetzt, insbesondere durch den Austausch beschädigter Schwellen. Dieses Modell verbindet in der Ausbildung der jungen Leute deren theoretische Lehre und die praktische Anwendung mit konkretem Infrastrukturerhalt in einer Zeit, in der Gleisbau zu einer der wichtigsten Disziplinen der Baubranche aufsteigt. Ein Ansatz für praktikable Lösungen auf Nebenbahnen, der über die Region hinaus Beachtung finden dürfte.

 

Der Musikwinkel-Express spielt bald wieder groß auf

Auf BLICK-Nachfrage bestätigt Christoph Kopp: "Vor dem Hintergrund dieser Maßnahmen besteht berechtigte Zuversicht, dass die Strecke im Spätsommer 2026 wieder in Betrieb genommen werden kann." Damit wäre auch der Weg frei für die Rückkehr touristischer Verkehre, insbesondere des beliebten Musikwinkel-Expresses, des Internationalen Musikwinkel-Express sowie der beliebten Lichtlefahrten, die die Region als Teil des Vogtländischen Eisenbahnrings erlebbar machen und teilweise auch wichtiger Bestandteil deutsch-tschechischer Kooperationen sind.

 

Christoph Kopp das Stehaufmännchen

"Mit der Unterzeichnung des Pachtvertrags ist uns der entscheidende Durchbruch gelungen - die Strecke hat wieder eine echte Zukunft. Was viele schon aufgegeben hatten, wird jetzt Schritt für Schritt Wirklichkeit", stellt Christoph Kopp fest. Wie ein Stehaufmännchen hat er gekämpft mit vielen Mitstreitern. "Die enorme Unterstützung aus der Region und das Engagement so vieler Beteiligter zeigen, was möglich ist, wenn alle an einem Strang ziehen", sagt der Protagonist. Jetzt geht es an die Umsetzung. "Wir sind fest entschlossen, die Musikwinkelbahn im Spätsommer wieder auf die Schiene zu bringen", ergänzt Christoph Kopp, Vorstandsvorsitzender des OVEB.

 

Zwei-Wege-Bagger wird gesucht

Die Strecke Adorf-Zwotental ist nicht nur ein wichtiges Element der regionalen Infrastruktur, sondern auch ein zentraler Bestandteil des touristischen Angebots im Musikwinkel. Ihr Erhalt trägt dazu bei, die Region - auch im deutsch-tschechischen Kontext - nachhaltig zu stärken und weiterzuentwickeln. Übrigens: Im Zusammenhang mit den Sanierungsarbeiten sucht der Verein dringend einen Zwei-Wege-Bagger. Kontakt: Förderverein Obervogtländische Eisenbahn e. V. (OVEB), Breitenfelder Straße 2a, 08261 Schöneck/Vogtl. OT Gunzen, Telefon 0174-3103755, E-Mail [email protected].

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