Solarparks in Vogtland: Pläne sorgen für Diskussionen und Bedenken

Was die Fröbersgrüner von zwei geplante Solarparks halten

Fröbersgrün

In zwei Jahren könnten rechts und links der Straße von Fröbersgrün in Richtung Schönbach je ein Solarpark stehen und die Landschaft dominieren. Einer 11, der andere 16 Hektar groß, die ganzen Flächen versehen mit Photovoltaik-Modulen. So ist es seitens des Investors geplant. Das Interesse zur Info-Veranstaltung, zu welcher das Unternehmen RES jetzt ins Bürgerhaus in Fröbersgrün eingeladen hatte, war eher gering. Vier Firmenvertreter und zwei vom Planungsbüro in Weißenfels standen an den Schautafeln bereit, Fragen zu beantworten und das Projekt zu erklären.

 

Info-Veranstaltung mit schwacher Beteiligung

Warum so wenige Leute zur Info-Veranstaltung gekommen sind? "Jeder Einwohner in Fröbersgrün hat einen Brief ins Haus bekommen", sagt Michael Frisch, Bürgermeister von Rosenbach. Zu der Gemeinde zählt Fröbersgrün. Für einen Fröbersgrüner, der nicht mit Namen genannt werden will, ist die magere Resonanz ein klares Zeichen, dass die Leute dagegen sind: "Das ist durch, das Ding." Er selbst würde dann, wenn die Solarparks stehen, vom Balkon oder der Wohnstube aus auf die Photovoltaik-Module schauen, sieht sich als betroffen. "Solar sollte man lieber auf Hallendächer und industrielle Gebäude bauen statt auf landwirtschaftliche Nutzfläche."

 

Dritter Solarpark abgelehnt

Es sei gut, dass der dritte geplante Solarpark bereits im April vorigen Jahres vom Gemeinderat abgelehnt worden war, meinte indes Winfried Dressel. "Das wäre die größte Fläche gewesen. Ich selbst wohne in der anderen Richtung." Der abgelehnte Solarpark sollte in Richtung Syrau angesiedelt werden. "Es gibt mit aber zu denken, wie das Landschaftsbild durch die Solarparks beeinträchtigt wird und die Flächen der Landwirtschaft entzogen werden.", ergänzte der Fröbersgrüner.

 

Ökologische und wirtschaftliche Bedenken

Ronald Lenk meinte: "Ich habe einen Teich in Richtung Steindorf gepachtet und schaue dann nur auf die Solarflächen. Wir haben da einen Steg und eine Bank gebaut, da sitzen wir manchmal zusammen." Der Anblick sei dann nicht schön. Für Ramona Forner spielt es eine Rolle, ob für die Fröbersgrüner dabei "etwas herausspringt". Darüber wollte sie sich informieren. "Wir hätten einen minimalen Nutzen, Centbeträge.", hatte sie als Antwort erhalten. "Wir nehmen es, wie es kommt", sagte Bernd Antkowiak. Aber er stelle sich auch die Frage, wie es mit der Landwirtschaft weiter gehen soll. "Es werden immer mehr Flächen zugebaut. Ob die nicht irgendwann der Landwirtschaft fehlen werden?"

 

Eine Utopie?

Im Nachbarort Schönbach wohnt Kathrin Hempel. "Ich fahre aber jeden Tag daran vorbei." Damit meint sie die Flächen, die für Solar genutzt werden sollen. Durch die Zeitung hatte sie von der Info-Veranstaltung erfahren und wollte sich gerne informieren, wobei ihr der ökologische Gedanke wichtig ist. "Die Flächen werden ja stillgelegt. Das wird auch Auswirkungen auf die Tierwelt haben." Die Schautafel, die rings um den Solarparks blühende Wiese zeigt, betrachtete sie eher als Utopie.

 

Kritik: Solar auf Nutzflächen statt auf Dächern

Was wäre, wenn es durch eine neue Regierung andere Gesetzlichkeiten gibt? "Das wäre eine Rolle rückwärts", so Ronny Reißmann von RES. Das könne er sich nicht vorstellen. Und warum werden nicht vermehrt Dächer von Industriebauten oder Einkaufsmärkte für Solar genutzt? "Das muss auch die Statik hergeben", so Reißmann. Und Parkplatzüberdachungen seien teuer.

 

Planung und Verhandlung

Wie es jetzt mit der Planung weitergeht? Wann gebaut werden soll? "Diese Woche noch liegen die Pläne öffentlich aus", sagt Michel Zörb, Projektleiter bei RES. "Es gab bisher noch keine Resonanz." Was noch nicht geklärt ist, ist der Einspeisepunkt. Da käme Herlasgrün oder Plauen in Frage, das wären aber zehn Kilometer Entfernung. Oder Schönbach auf thüringischer Seite. Mit der TEN (Thüringer Energienetze) und Mitnetz sei man in Verhandlung.

 

Baubeginn 2026

Als Baubeginn wird Ende 2026 anvisiert. Ob nur die Einwohner von Fröbersgrün oder gesamt Rosenbach Nutzen von den Solarparks hätten, das entscheide die Gemeinde, so Zörb. Und: "Es gibt zwei Bürgerbeteiligungen: Durch Strombonus oder die Bürger zahlen ein."

 

Fazit

Ende des Jahres hatte der Gemeinderat Rosenbach jeweils den Vorentwurf des vorhabenbezogenen Bebauungsplans für den Solarpark Fröbersgrün Teilgebiet 1 und 2 gebilligt und die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange beschlossen. Im April 2024 war die Aufstellung der Bebauungspläne für zwei Teile des Solarparks vom Gemeinderat beschlossen, der dritte Teil abgelehnt worden. Die erste Info-Veranstaltung im Juni 2024 hatte für ein regeres Interesse im Dorf mit etwa 200 Einwohnern gesorgt.

Habt ihr eine Meinung zu diesem Artikel oder einen Fehler entdeckt? Dann weist uns gern darauf hin.