Spektakulärer Einsatz im Zillertal

Einsatz Plauenerin wird aus 2.364 Metern Höhe gerettet

Der Rettungshubschrauber landete direkt neben der Plauener Hütte in 2.364 Metern Höhe. Eine Bergbahn gibt es dort nicht. Lediglich ein Lastenaufzug bringt Lebensmittel hinauf. Foto: Katrin Winkelmann / Pressebüro Repert

Mayrhofen. Helle Aufregung in der Plauener Hütte. In 2.364 Metern Höhe erlitt Kristina Müller eine Gallenkolik. Die spektakuläre Rettungsaktion in Österreich sorgte vergangene Woche in den Zillertaler Alpen für Wirbel. Denn der Weg hinunter ins Tal muss zu Fuß bestritten werden. Eine Bergbahn gibt es über dem Zillergündl nicht.

Am Vortag tobt noch das Wetter

Eigentlich ist Kristina Müller beim Deutschen Alpenverein, Sektion Plauen-Vogtland, für die Kasse verantwortlich. Die Plauenerin steht normalerweise nicht so im Mittelpunkt. Zusammen mit ihren Vereinskameraden war die Schatzmeisterin hinaufgestiegen, um die seit 118 Jahren der Stadt Plauen gehörende Hütte zu besuchen und Instandhaltungsarbeiten durchzuführen.

Doch dann kamen die Schmerzen. Katrin Winkelmann berichtet: "Kristina hatte schon die ganze Nacht Probleme. Ein Weg ins Tal, um sie mit dem Auto in die Klinik zu bringen, war aber nicht mehr möglich", erzählt das geschäftsführende Vorstandsmitglied der DAV-Sektion Plauen-Vogtland. Sorgen bereitete auch das Wetter. "Einen Tag früher wäre es auf Grund der extremen Wetterlage mit Schnee und Regen nicht möglich gewesen für den Notarzt, mit dem Helicopter bei uns zu landen", erzählen die Bergwanderer.

Es ist alles gut gegangen

Umso glücklicher waren die Hüttenpächter Edith Haberl und Michael Puntigam, als der Rettungshubschrauber aus Kaltenbach heraneilte und direkt neben der Plauener Hütte zum Einsatz kam. Die professionelle Hilfe tat der Plauenerin gut. "Die Schmerzmittel-Infusion und die Medikamente gegen ihre Übelkeit halfen schnell. Dann ging es ab ins Klinikum nach Hall in Tirol", schildern die Augenzeugen den weiteren Verlauf.

Dort wurde der Gallenstein entfernt und die Plauenerin konnte in den Mittagsstunden wieder entlassen werden. Jetzt aber wurde die Geschichte erst richtig verrückt. Denn Hüttenwart Jens Winkelmann hatte sich fußläufig auf den Weg ins Tal gemacht, um seine Schatzmeisterin von da aus mit dem Auto abzuholen. "Ihr Gesundheitszustand war gut. Und wir erwarteten ja zwei Tage später Besuch von drei Vereinen aus Plauen. Also sind wir gegen 15.30 Uhr wieder aufgestiegen", berichtet Jens, der Ehemann von Katrin Winkelmann. 17.30 Uhr kamen beide wieder auf der Plauener Hütte an. In der Zwischenzeit waren auch Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer mit Lebensgefährtin Silke Elsner in der Hütte angekommen. Groß war die Erleichterung.

Und so durfte Kristina Müller dann sogar noch eine kurze Begrüßungsrede halten, als die "Tour Schwarz-Gelb Plauen" mit Vertretern vom SV 04 Oberlosa, vom 1. FC Wacker und vom VFC oben angekommen war. Es gab Applaus für Kristina. "Ich bin sehr froh, dass ich diesen historischen Augenblick hier oben und nicht aus der Ferne miterleben kann."