Spitzenfest in Plauen: 100.000-Euro-Party steigt

Event Im Parktheater ist es unbezahlbar

Plauen. 

Plauen. Das Spitzenfest soll wieder ins Parktheater. Das wünschen sich manche ältere Semester, die sich zu DDR-Zeiten während der Feierwoche rund um die Freilichtbühne vergnügten. Seinerzeit wurden diese sieben tollen Tage vom Staat organisiert, mit zig Tausend Mark subventioniert und der Rat des Kreises sorgte sogar dafür, dass es keinerlei Konkurrenzveranstaltungen gab. "Dann haben sich alle in die Straßenbahn gesetzt und sie sind durch den Stadtpark gelaufen. Heimwärts das Gleiche. Angst hatten wir nicht. Zu DDR-Zeiten gab wenig Kriminalität", erinnert sich Kathrin Richter.

Sponsoren gäben kein Geld mehr

Die heute 52-Jährige antwortet auf die Frage, ob sie denn das Spitzenfest gerne wieder im Parktheater sehen würde so: "Ja! Aber nur, wenn ich mit dem Auto davor parken kann. Ich würde nie im Leben nachts durch den Stadtpark laufen." Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer kennt neben den nicht vorhandenen Parkplätzen ein noch größeres Problem. "So schön wie es im Stadtpark ist. Das Spitzenfest hat einen Wert von 100.000 Euro. Die in der Innenstadt ansässigen Sponsoren geben kein Geld mehr, wenn wir das Fest im Parktheater ausrichten und dort dann auch noch Eintritt verlangen."

Immer mehr Besucher von Auswärts

Weil im dunklen Stadtpark rings um das Parktheater auch noch etliche zusätzliche Sicherheitskräfte gebraucht würden, zudem enorme Beleuchtungskosten hinzukämen, gibt es für Thomas Münzer nur eine Antwort: "Das Spitzenfest im Parktheater wäre unbezahlbar", so der Vorsitzende vom Spitzenfestverein. Und zwar deshalb, weil kaum einer 30 Euro oder mehr Eintritt bezahlt, wenn er zuvor keinen Cent Eintritt bezahlen musste. "Wir zählen jedes Jahr mehr auswärtige Besucher. Die lassen ihr Geld in Plauen", verrät Peter Kober vom Dachverband Stadtmarketing. Dessen Verein wird künftig das Spitzenfest organisieren, weil die Vorgänger-Mannschaft mit dem ausscheidenden Schatzmeister und Justiziar Jürgen Fritzlar nach drei Jahrzehnten einfach nicht mehr kann.

Kein Spitzenfest ohne Verein mit seinen Ehrenamtlichen

Thomas Münzer gibt zum Thema "Spitzenfest im Parktheater" allen Befürwortern mit auf den Weg: "Ich kann Ihnen allen versichern, dass sich dieser ganze Aufwand für ein einziges Festwochenende nicht lohnt. Und eine Festwoche würde einen unglaublich riskanten Kraftakt bedeuten, den kaufmännisch niemand verantworten kann." Die Spitzenfest-Nachfolger um Peter Kober hoffen, "dass die Plauener das einsehen, dass keiner auf die Organisatoren böse ist und dass unser 61. Spitzenfest 2020 wieder ein Erfolg wird." Übrigens: Das eintrittsfreie Spitzenfest wäre bereits in diesem Jahr ausgefallen, gäbe es keinen Verein, der mit seinen Ehrenamtlichen das mit Abstand größte Volksfest des Vogtlandes organisiert. Deshalb sagt der BLICK im Namen tausender Partygäste: Herzlichen Dank allen Mitgliedern des bisherigen Spitzenfestvereins und allen Mitgliedern vom Dachverband Stadtmarketing e.V.!