Sprengmeister macht Ostvorstadt wieder bombensicher

Blindgänger Fliegerbombe aus dem 2. Weltkrieg in Plauen entschärft

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Nur noch die Polizeiabsperrung deutet jetzt noch darauf hin, dass Bauarbeiter direkt neben der Gartensparte Süd-Ost und dem Oberen Mammengebiet eine Bombe gefunden haben. Foto: Karsten Repert

Plauen. Helle Aufregung in der Ostvorstadt. "Die Bombe von Plauen" wurde Dienstagfrüh überregional zum Thema. 12.40 Uhr hatte man das 250-Kilo-Monster entschärft. Was die Öffentlichkeit aber zunächst nicht wusste: Der Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg wurde bereits am Montagnachmittag bei Bauarbeiten gefunden. Und danach setzte sich eine riesige Maschinerie in Bewegung. Anwohner Horst Oertel war live dabei.

Urplötzlich tauchten viele Polizisten auf

"Ich dachte mir, jetzt stimmt was nicht." Der 71-Jährige erlebte den Bombenfund vor seiner Haustür zwischen den eintreffenden Polizeikräften und den aufgeregten Fragen der Nachbarn. Horst Oertel ist in dieser Eigenheimsiedlung unterhalb des Kemmler-Aussichtsturmes so etwas Ähnliches wie der Bürgermeister. 29 Häuser wurden hier seit 1999 gebaut.

Das Gebiet um die "Alte Eiche" neben Hundesportplatz und Galgenberg ist ein Ruhepol der Spitzenstadt. Hier gehen die Plauener gerne mal spazieren. Zwei große Gartenanlagen säumen die Siedlung. "Aber seit Montagabend war hier dann richtig was los", berichtet Horst Oertel.

500 Anwohner mussten evakuiert werden

Hochprofessionell erkundete der Kampfmittelbeseitigungsdienst das Terrain. Schnell war klar, dass 500 Anwohner evakuiert werden müssen. Stadtpressesprecherin Silvia Weck erzählt: "Es wurde am Abend entschieden, die Entschärfung nicht im Dunkeln durchzuführen. Der Aufwand wäre enorm gewesen." Scheinbar bestand keine akute Gefahr für Leib und Leben. So gewannen die Einsatzkräfte Zeit.

Die wurde genutzt, um alles akribisch durchzuplanen. Während Plauen schlief, klingelten die Telefone heiß. "Keiner wusste was. Wir sind Dienstagfrüh alle auf Arbeit gegangen. Erst danach haben wir erfahren, dass in unmittelbarer Nachbarschaft eine Bombe gefunden wurde", erzählt Sandy Walter. Die Operationstechnische Assistentin fiel im Helios Vogtland-Klinikum aus allen Wolken, als ein Kollege vom Hubschrauber auf dem Wacker-Sportplatz berichtete.

Alles war exakt geplant

125 Einsatzkräfte von Stadt, Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst schwärmten ab 8 Uhr aus. Jetzt waren die meisten der 3.500 Ostvorstädter auf Arbeit oder in der Schule. Die Anwohner im Umfeld der Fundstelle wurden informiert und evakuiert sowie Straßensperrungen eingerichtet.

Im Einsatz waren auch 30 Kameraden der freiwilligen Feuerwehren Stadtmitte, Neundorf, Großfriesen, Straßberg und Stöckigt. Hinzu kamen 35 Mitarbeiter der Stadtverwaltung Plauen, 18 Mitarbeiter des Rettungsdienstes und 43 Polizisten.

Da war richtig was los in der Ostvorstadt. Wacker-Platzwart Ralf Schneider zückte sofort seine Handykamera, als auf dem Fußballplatz des 1. FC Wacker um 9.20 Uhr der Polizeihubschrauber landete. Die spektakulären Bilder, die Sperrung der Autobahnabfahrt Plauen-Süd, die Vollsperrung der Bundesstraße B92 - ab 10.30 Uhr etwa machte der Bombenfund wie ein Lauffeuer die Runde.

Schneller als erwartet vorbei

Doch bevor überhaupt Schaulustige und Sensationsreporter am Fundort eintrafen, war der Spuk bereits vorbei. Um 12.50 Uhr erreichte diese Nachricht die Öffentlichkeit: Bombe wurde erfolgreich entschärft.

Sprengmeister Joachim Auerswald vom Kampfmittelbeseitigungsdienst Sachsen konnte die Bombe im Wohngebiet "An der Eiche" gegen 12.40 Uhr unschädlich machen. Die Anwohner durften ab sofort zurück in ihre Häuser. Die Straßensperrungen werden aufgehoben. Horst Oertel staunte: "Sie haben allen erzählt, es wird mindestens bis Nachmittag dauern."