Stöbern in Kellern und Böden

Mineralien Jörg Kasiske stellt seine Schätze sogar im Freiberger Krüger-Haus aus

Diese Leidenschaft führt zuweilen bis tief unter die Erde. Am Sonntag ging die 10. Oelsnitzer Mineralienbörse in der Vogtland-Sporthalle zu Ende. Wie in den vergangenen Jahren war das Interesse groß. Der Veranstalter zählte 1.250 zahlende Besucher. Neugierig schauten sich die Mineralien-Liebhaber an den Ständen der 50 Aussteller um. Jörg Kasiske aus Triebel unterstützt die Börse von Anfang. Der Funktechniker ist leidenschaftlicher Mineralien-Sammler. "Seit meinem siebenten Lebensjahr." Ein Nachbar schenkte ihm einst einen Pyrit. "Da hat alles angefangen." Heute ist der Fundus des Vogtländers einige Kilogramm schwer. Die besten Stücke liegen zuhause in einer Vitrine. Andere Mineralien lagern in Kisten. "Bei mir wird alles registriert." Mit der Zeit haben sich kleine Schätze angesammelt. Als in Bad Brambach die Umgehungsstraße gebaut wird, schlug das Herz des Sammlers höher. Das Jagdfieber hatte ihn gepackt. "Dort habe ich sehr viel gefunden." Einige seiner Rauchquarz-Mineralien wanderten als Leihgabe ins Freiberger Krüger-Haus. Auch ein paar Brocken Calcit aus der ehemaligen Zobeser Wismut-Grube sind dort ausgestellt. Heutzutage wird es für den Hobby-Sammler aber immer schwerer, etwas Spezielles zu finden. "Man muss schon Glück haben." Die besten Funde vermutet er bei den alten Wismut-Kumpeln in Kellern und auf Böden. Darunter fallen auch Fotos und Dokumente. Wer noch etwas hat, könne sich jederzeit bei den Freunden der Mineralienbörse melden. Der Verein feierte im Vorjahr sein 50-jähriges Bestehen. Ansonsten ärgert sich Kasiske darüber, dass immer mehr aus der Bergbau-Region in der Versenkung verschwindet. Dazu zählt er auch den inzwischen abgerissenen Turm der Grube Schönbrunn. "Das bedaure ich sehr. So ein Relikt aus alten Bergbauzeiten, das reißt man nicht einfach so weg."