Stollenzeit ist nur einmal im Jahr

Weihnachtsbäckerei Das traditionelle Backwerk ohne Chemie aus Meisterhand

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Das sind die ersten Stollen, die Bäckermeister Rico Wagner noch mit Puderzucker veredelt. Foto: Karsten Repert

Plauen. Es ist soweit. Das wirklich besondere Lebensgefühl ergreift uns. Der Mensch hält endlich wieder einmal inne. Denn wenn die Stollenzeit beginnt, dann geht das Kerzenlicht an. "Gefragt sind nicht die modernen Technologien und ständigen Neuerungen", freut sich Bäckermeister Rico Wagner.

Backen ohne Chemie

Er weiß: Feinbuttrig und zart schmelzend, so muss er sein, der Stollen. Über kein anderes Backwerk wird so viel erzählt, geschwärmt und geschrieben. "Gerade im Vogtland verbindet der Stollen die einmalige Tradition mit unseren Emotionen", berichtet Rico, der die Bäckerei Müller einst vom Großvater übernommen hat. Backen ohne Chemie heißt das Versprechen. Und genau damit versucht eine uralte Handwerkerzunft gegen die inflationäre Welt im Supermarktregal anzukommen. Erfolglos ist das nicht. "Es kommen ganz viele Vogtländer und kaufen ganz bewusst bei uns oder anderen Handwerksbetrieben Meisterware."

Richtiger Stollen vom Bäcker

Voller Stolz berichtet Rico davon, wie so ein Stollen hergestellt und gebacken wird. Es ist unglaublich schade, dass die Großindustrie und die Discounter-Mentalität eines der letzten Glücksgefühle dem Superpreis geopfert haben. Stammkunde Frank Hacke stellt für sich fest: "In meiner Familie ist es Tradition, dass wir im September, Oktober und Anfang November keine Weihnachtsdekoration aufstellen. Der Handel macht das leider. Und in meiner Familie ist es auch Tradition, dass wir uns richtigen Stollen vom Bäcker gönnen. Einmal im Jahr!" In diesem Sinne wünscht der BLICK allen hier inserierenden Bäckereien ein gutes Geschäft!