Streit um Schettler-Halle spitzt sich zu

Debatte Namenszug des Ehrenbürgers soll verschwinden

streit-um-schettler-halle-spitzt-sich-zu
Bundestagsabgeordnete Yvonne Magwas (CDU) diskutiert mit Marco Siegemund und dem Künstler-Ehepaar Blechschmidt (r.). Foto: T. Voigt

Falkenstein. Die Namensgebung der Sporthalle am Jahnplatz erregt seit Wochen die Gemüter.

Gotthard Schettler - bisher als verdienstvoller in Falkenstein geborener Arzt bekannt und 1992 zum Ehrenbürger der Stadt ernannt - soll eine braune Nazi-Vergangenheit haben. Auf Initiative von Bürgermeister Marco Siegemund (CDU) wurde in der Hauptausschuss-Sitzung erneut intensiv über das Thema diskutiert.

Entfernung des Namenszuges empfohlen

Im Ergebnis wird den Stadträten einstimmig die Aussetzung der Namensgebung samt Entfernung des Namenszuges an der Sporthalle empfohlen. Nichtsdestotrotz steht eine abschließende Bewertung des Lebens und Wirkens des 1996 verstorbenen Internisten noch aus. Der Rathaus-Chef soll eine entsprechende Aufarbeitung in Auftrag geben.

Diesen Donnerstag wird dazu eine Beschlussvorlage in den Stadtrat eingebracht. Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass aufgrund neuer Erkenntnisse eine weitere Aufrechterhaltung der Namensgebung problematisch erscheint. Im Raum stehen eine mögliche Manipulation im Lebenslauf sowie eine revidierte Einschätzung des Bundespräsidialamts. Schettler, der nachweislich große Erfolge in der Atheriosklerose-Forschung hat, wurde mit dem großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik geehrt.