SV 04 Oberlosa rockt die Oberliga

Handball Mitteldeutscher Vizemeister heißt jetzt das Ziel der Plauener

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Der SV 04 Oberlosa wird in dieser Saison wahrscheinlich auch einen Zuschauerrekord verbuchen. Fürs nächste Spiel gibt es extra einen Vorverkaufstag. Foto: Oliver Orgs Pressebüro Repert

Staßfurt. "Jetzt wollen wir natürlich Mitteldeutscher Vizemeister werden!" Mit dieser Ansage biegt der SV 04 Plauen-Oberlosa in die Zielgerade ein. Der Traditionsverein (gegründet 1904) kann 114 Jahre später sein "Jahr der Rekorde" erleben. Dazu müssen die Plauener Handballer aber ihre sensationelle Erfolgsserie ausbauen.

Chef-Trainer Petr Hazl sagt mit Blick auf die letzten drei Saisonspiele: "Wir sind alle bereit. Wir geben alle unser Bestes. Und wir wissen auch, dass es um Kleinigkeiten geht, die als Zünglein an der Waage entscheiden werden." Was ist aber gestern Abend passiert?

Vereins-Chef verschickt Blumen

Der Vereinsvorsitzende Prof. Dr. Bernd Märtner schickte heute Nachmittag Blumen. "Ein großes Lob an alle, die in verschiedenen Funktionen uns in diese Position gebracht haben. Die Saison war richtig gut. Lasst uns die Sahnehaube draufmachen", schreibt der Vereins-Chef. Nach sechs Siegen in Folge (Vereinsrekord) sowie 15:3 Punkten aus den letzten neun Spielen (Vereinsrekord) können die Oberlosaer nun tatsächlich Oberliga-Vizemeister werden. Ein Medaillenplatz (auch das wäre Vereinsrekord) soll es mindestens werden.

Am 23. Spieltag der Handball-Oberliga konnte der SV 04 seine Erfolgsserie weiter ausbauen. Die Spitzenstädter gewannen beim HV Rot-Weiß Staßfurt mit 28:24 (11:14), behaupten mit 30:16 Punkten weiterhin den dritten Platz und haben nunmehr nur noch einen Punkt Rückstand auf den Tabellenzweiten Köthen.

Ex-Oberlosaer hilft dem Heimatverein

Und zwar deshalb, weil Präsidenten-Sohn Christoph Hagen Märtner (er lebt und arbeitet in Dresden) mit dem HC Elbflorenz Dresden II den Tabellenzweiten Köthen so richtig ärgerte. Beim 29:28-Auswärtssieg der Dresdner holte Kreisläufer Christoph Hagen Märtner sieben Siebenmeter heraus, er verwandelte drei davon selbst und warf insgesamt sechs Tore. Sein Heimatverein profitiert davon. Nur ein Punkt liegen die Plauener noch hinter Köthen. Allerdings empfängt der SV 04 am kommenden Samstag den Tabellenvierten Delitzsch. Der im Falle eines Auswärtssieges in Plauen mit Oberlosa gleichziehen würde. Es ist also ganz eng in der Liga.

Wieder drohte eine Blamage

Das bekam der SV 04 auch beim Schlusslicht in Staßfurt zu spüren. Mit 11:14 lagen die Vogtländer hinten. Und das, nachdem man sich im Vorjahr beim Tabellenletzten in Hermsdorf (26:27) und in dieser Saison beim damaligen Letzten Glauchau (19:27) bereits zweimal blamierte. Doch diesmal kamen die Plauener wie ausgewechselt aus der Halbzeitpause.

Nach dem Wiederanpfiff stand eine andere Oberlosaer Mannschaft auf dem Parkett. Nun war Feuer drin, die Abwehr zeigte eine ganz andere Körpersprache und im Angriff wurden die eigenen Schnelligkeitsvorteile endlich resolut genutzt. Binnen weniger Minuten war das Spiel gedreht (15:14). Staßfurt kämpfte weiterhin mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln.

Der Gastgeber kassierte insgesamt elf Zeitstrafen. "Staßfurt hat uns mit seinen Undiszipliniertheiten in die Karten gespielt. So lange Zeit in Unterzahl zu spielen kostet enorm Kraft", beschrieb Co-Trainer Richard Wander später diese Phase. Die Schwarz-Gelben hatten die Partie nun im Griff und behaupteten ihren Vorsprung auch beim 20:23.

Rote Karte, Blaue Karte: Es ging zur Sache

Wenig später gerieten Oliver Jacobi (Staßfurt) und Torsten Wetzel (Oberlosa) aneinander. In der Folge zeigten die beiden Unparteiischen Jacobi die Rote Karte in Verbindung mit der Blauen Karte, welche eine Spielsperre nach sich zieht. Zudem bekam der völlig verdutzte Linus Roth den Roten Karton gezeigt, er hatte mit dieser Situation aber nun mal gar nichts zu tun.

Handball gespielt wurde unterdessen auch noch. Oberlosa kontrollierte in der Schlussphase die Begegnung gegen kräftemäßig abbauende Gastgeber und als etwa zwei Minuten vor Ultimo Andreas Weikert zum 27:23 traf, war der Deckel endgültig drauf.

Das sagt der Coach

Trainerstimme: Petr Hazl (Trainer Oberlosa): "Wir wussten, dass nicht einfach wird. Der kurzfristige Ausfall von Friedrich Kleinert tat gegen die körperlich starken Staßfurter weh. In der ersten Hälfte haben wir nicht gut gespielt, sowohl hinten als auch vorne. Mit Wiederanpfiff hat man dann den Willen gemerkt, unbedingt als Sieger nach Hause zu fahren. Abwehr und Torhüter waren dann stark und vorne sind wir endlich dahin gegangen, wo es weh tut. Auf Grund der zweiten Halbzeit nehmen wir verdient beide Punkte mit".

Wichtige Fan-Information: Kartenvorverkauf

Wegen des zu erwartenden Andrangs am kommenden Samstag gegen Delitzsch (Anwurf 19 Uhr) wird der SV 04 Oberlosa am kommenden Mittwoch von 19 bis 21 Uhr in der Kurt-Helbig-Sporthalle einen Kartenvorverkauf einrichten. Es werden nach Möglichkeit alle Fans gebeten, sich Karten im Vorfeld zu sichern, damit der Verein besser planen und logistisch operieren kann. Weitere Informationen gibt es dann auf der Internetseite: www.sv04oberlosa.de

Statistik

Oberlosa: Petzoldt, Leppert; Wetzel (5), Weikert (2), Peschke (6/6), Roth (4), Englert, Trommer-Ernst; Mertig (3), Richter (1), Lesak, Hertel (5), Kolomaznik (2)

Zeitstrafen: Staßfurt 10x 2min. + Rote Karte / Blaue Karte (O.Jacobi) | Oberlosa 4x 2min. + Rote Karte (L.Roth) | Strafwürfe: Staßfurt 1/1 verwandelt / Oberlosa 7/6

Zuschauer: 130