Syrauer Kürbiswiegen männerdominiert: Auf die Größe kommt es aber nicht an

Event Die Premiere des Events war eine Gaudi für alle

Syrau. 

Die Sonne lachte zur Premiere des Syrauer Kürbiswiegens genauso wie die Sieger strahlten. Nach dem Frühschoppen mit den Original Rosenbachtaler Blasmusikanten auf der Syrauer Freilichtbühne herrschte am frühen Sonntagnachmittag beste Stimmung. Es waren fast alles Männer, die ihre Kürbisse zum Wiegen auf die Bühne brachten. Und da einige im Garten französische Riesenkürbisse haben, bei anderen die Sorte Atlantic Giant wächst, wurde in zwei Kategorien gewertet. Ex-Bürgermeister Achim Schulz vom veranstaltenden Dorfclub Syrau e.V. rief die knapp 20 Teilnehmer einen nach den anderen nach vorn. Helge Frisch und der Kürbisverantwortliche Michael Rudolph, der die Idee zum Wettbewerb hatte, standen parat mit einer digitalen Kofferwage und einer Tragetasche, um das genaue Gewicht der einzelnen Kürbisse festzustellen. Denn es ist nicht gesagt, dass der größte Kürbis immer auch der schwerste ist. Das Wiegen klappte bei den kleineren Sorte, den französischen Riesenkürbissen, noch ganz gut. Bei den Atlantic Gianten indes gab ob des Gewichtes alsbald der Henkel der Iso-Tragetasche aus dem Supermarkt nach. Schnelle Ideen waren gefragt, damit die Spaßaktionen weitergehen konnte. Einer brachte eine große schwarze Plastiktür, ein anderer eine rote Kunststoffkiste. Einer der Zuschauer bot sogar an, seine Körperfettwaage schnell von zu Hause zu holen.

Zweiter Wettbewerb steht in Aussicht

Mit einer Tragetasche aus dem Sportbereich, in welche auch die Gianten platzmäßig besser passten, konnte es weitergehen. "Nächstes Jahr sind wir besser vorbereitet mit verschiedenen Wiege- oder besser Wägevorrichtungen", blickte Achim Schulz voraus auf einen möglichen zweiten Kürbis-Wettbewerb. Als er das Publikum fragte: "Was haltet ihr von der Idee des Kürbiswettbewerbes?" gab es schon mal lauten Applaus.

Am meisten Erfolg an diesem Tag hatte Andy Reißaus, der seine Exemplare in beiden Kategorien in einer Schubkarre anbrachte. "Ich bin froh, dass er nicht mit der Zugmaschine kam", so Schulz. Von den neun Bewerbern für den schwersten französischen Riesenkürbis machte Andy Reißaus das Rennen mit 11,56 Kilogramm. Auf die Plätze zwei und drei folgten Michael Rudert und Klaus Dorn. Urkunden und Preise wurden verliehen. "Klaus Dorn hat eigentlich gar keinen Garten", so Achim Schulz. Bei ihm treffe der Begriff Kleingarten vollends zu. "Er hat ein Produkt erzeugt, welches den Garten ausfüllt."

Andy Reißaus indes war auch erfolgreich mit seinem Exemplar der Sorte Atlantic Giant. Der brachte genau 25 Kilogramm auf die Waage. Nur der Kürbis von Willi Roth war schwerer, wenn auch an einer Seite etwas angefressen, wog er stolze 26,9 Kilogramm. Dritter wurde Andre Merz mit 23,83 Kilogramm an Kürbisgewicht. Für den leichtesten Kürbis gab es als Preis übrigens die rote Laterne. Für 40 Gramm Gewicht nahm diese Axel Sennewald in Empfang.

Wie macht man das eigentlich, dass ein Kürbis so gut wächst?

Andy Reißaus weiß es: Viel düngen und viel Wasser." So mancher ließ sein Gemüse allerdings lieber im Garten, denn noch ist Wachszeit für Kürbisse. Und was macht man mit den Riesenexemplaren? Auch da hatte Andy Reißmann eine Antwort parat. "Essen natürlich. Die schmecken sehr gut." Wobei er auf seine Liebste Tina Richter wies, die prima kochen könne. Sieger Willi Roth indes will seinen Riesen den Kindern für Halloween überlassen.

Da wäre noch die Frage zu klären, ob es denn in Syrau dieses Jahr besonders viele Kürbisse gibt. Bekannt ist ja, dass wegen Corona die Leute vermehrt im Garten tätig waren. In Syrau verhielt es sich so: "Ich hatte im Frühjahr so viele Kürbispflanzen, dass ich sie im Ort verteilt habe", berichtete Ideengeber und Hobbygärtner Michael Rudolph. Vor allem die Dorfclub-Mitglieder durften deshalb Kürbispflanzen ziehen. Und da das Höhlenfest und auch sonst alles ausgefallen war dieses Jahr, kam die Idee des Kürbis-Wettbewerbes. Nächstes Jahr folgt die zweite Auflage in Syrau, das steht wohl jetzt schon fest.