Talent liegt in den Genen

Vorgestellt Puppenspielerin Julia Struwe überzeugt mit zertanzten Schuhen

Das schauspielerische Talent muss sie wohl von ihrem Großvater geerbt haben, dem beliebten DDR-Schauspieler Alfred Struwe, der den Hitler-Attentäter Graf von Stauffenberg verkörperte, ebenso wie den Zahnarzt aus der Fernseh-Serie "Zahn um Zahn". Das Tanzen wiederum lernte Julia Struwe von ihrer Großmutter Brigitte. All das hat die Enkelin in ihrem Puppen- und Objekttheater "Die zertanzten Schuhe", miteinander verknüpft, und damit auf wunderbar-liebevolle Weise das Grimm'sche Märchen mit der Tanzbiografie ihrer Großmutter. Das Stück ist Struwes Diplomarbeit und wurde zum 60-jährigen Bestehen der Zwickauer Puppenbühne als Premiere gezeigt. Es ist faszinierend, Struwes Bewegungen zuzuschauen - ihren Beinen und Füßen, wenn sie dem Flamenco-Takt folgen, und ihren Händen, den Händen einer begnadeten Puppenspielerin, die nicht nur die Klappmaul-Puppe und die Marionetten zum Leben erwecken, sondern die Anmut und Grazie einer leidenschaftlichen Tänzerin widerspiegeln. Dazu kommt ihre wunderbare Gesangsstimme, die schon in "Dr. Jekyll und Mr. Hyde" des Puppentheaters zu hören war. Überzeugt hat die junge Künstlerin auch im Objekttheater "Erst Blau, dann Gelb, dann Grün", in "Drei kleine Schweinchen - TülliKnülliFülli" und "Schneeweißchen und Rosenrot". Studiert hat Julia Struwe zuerst Schauspiel am Europäischen Theaterinstitut in Berlin und danach Puppenspielkunst an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch. Es ist das erste Festengagement der jungen Puppenspielerin. Es bleibt zu hoffen, dass das junge Talent dem Puppentheater noch lange erhalten bleibt. lut