Tanzlokomotive unter Dampf

Folkherbst Von der mongolischen Steppe in den Pariser Untergrund

Plauen. 

An einem Abend durch die mongolische Steppe und die Untergrundwelten der Pariser Metrostationen. Der Folkherbst macht's möglich. Am Samstagabend startete die 24. Auflage des internationalen Musikwettbewerbes. Es war das von den Folk-Fans erhoffte Leckerli zum Appetitholen. Am 09. Oktober wird dann zum ersten von insgesamt 8 Wertungskonzerten eingeladen.

Mit "Egschiglen" stellte sich ein Ensemble vor, das schon zwei Mal beim Folkherbst dabei war.

Die Mongolen sind für ihren exotisch anmutenden Kehlgesang bekannt. Wer es noch nicht miterlebte, war von den vibrierenden Tönen sofort fasziniert. Begleitet von den wehmütigen Klängen der Pferdekopfgeige verschmolzen diese ganz eigenwilligen Töne zu einer mystischen Melange der Schwingungen und Stimmungen. Die Mongolen machten auch deshalb richtig Spaß, weil sie trotz anspruchsvoller Stücke die Folkherbst-Fans mit trockenem Humor bei Laune hielten. Zur Krönung sangen sie sogar ein Lied in fränkischem Dialekt. Im Anschluss ging's in der Kellerbühne weiter. Die vor Energie strotzende Tanzlokomotive "Les Yeux d'la Tête" hatte mächtig Druck auf den Kessel. Vor fünf Jahren holten sich die Franzosen als Sieger des 19. Folkherbstes den "Eisernen Eversteiner" ab. Die quirlige Band entführte das Publikum in Pariser Spelunken und an das romantische Ufer der Seine. So wie die Stimmungen, wechselten die Musiker auch die Instrumente. Die Tänzer vor der Bühne schwelgten in Pariser Lebensart. Krasser hätte der Unterschied zwischen den beiden Konzerten nicht sein können. Das fand auch Dagmar Schilling. "Das ist genau das, was den Folkherbst ausmacht."