Torwart köpft in der Nachspielzeit zum 1:1 ein

Sport Zurück ins Rampenlicht für den ehemaligen Profitorwart Stefan Schmidt

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Riesenjubel beim VfB Auerbach: Torwart Stefan Schmidt (Mitte, Nr. 30) hat soeben das erste Tor seiner Karriere erzielt. In der Nachspielzeit traf der Keeper per Kopf zum 1:1-Ausgleich gegen Neugersdorf. Foto: Marcus Schädlich / Pressebüro Repert

Auerbach. Solche Geschichten schreibt nur der Sport. Kein Hahn krähte noch vor drei Jahren nach Stefan Schmidt. Der Profitorwart fand 2014 keinen Verein mehr. Aus und vorbei war es mit dem großen Fußball. "Schmidtel" wechselte ans Band ins VW-Werk nach Mosel. Und hütete fortan den Kasten vom VfB Empor Glauchau in der Landesliga.

Gestern Abend köpfte sich der 28-Jährige zurück ins Rampenlicht. In der Nachspielzeit stürmte der Keeper nach vorne. Sein VfB Auerbach rannte gegen den FC Oberlausitz Neugersdorf verzweifelt einem 0:1-Rückstand nach. Die Fernsehkameras, die Fotoreporter, die ganze VfB-Tribüne - alle verfolgten diesen letzten Freistoß von Marcel Schlosser.

"Das Ding kam perfekt. Mein Gegenspieler verschätzte sich. Und ich hab doch beim Chemnitzer FC in meiner Jugend auch bissel was gelernt", lacht der umjubelte 1:1-Ausgleichsschütze. Per Kopf "ballerte" Stefan Schmidt den VfB Auerbach in der Fußball-Regionalliga auf Platz zwei der Rückrundentabelle. "Ja. Das ist schon eine irre Geschichte. Und am Donnerstag geht's nach der Arbeit zum Punktspiel nach Probstheida", freut sich der in Chemnitz lebende Torhüter auf den nächsten Höhepunkt.

Vor dem Spiel beim 1. FC Lok Leipzig zu arbeiten, das ist für die Spieler des VfB Auerbach ganz normal. Stefan Schmidt fühlt sich wohl in dieser Rolle: "Es waren für mich lehrreiche Jahre. Viele neue Kollegen habe ich kennen und deren Leben schätzen gelernt. Vielen Fußballern fehlt dieser Einblick ins normale Leben", weiß Stefan Schmidt.

Rückblick

Er selbst hat inzwischen als gelernter Immobilienkaufmann einen Job an einem Chemnitzer Schreibtisch gefunden. Über die anderthalb Jahre am VW-Band aber verliert der Keeper kein schlechtes Wort. Überhaupt darf man den Schlussmann seiner Bescheidenheit wegen nur bewundern.

Immerhin war er es, der einst im DFB-Pokal-Viertelfinale der A-Junioren den entscheidenden Elfmeter von Mesut Özil parierte (2006). Der FC Schalke 04 - das war damals der amtierende Deutsche Meister der A-Junioren - er war ausgeschieden. Der Chemnitzer FC wurde von 800 Fans gefeiert.

Stefan Schmidt bekam einen Profivertrag und brachte es anschließend auf acht Einsätze in der 3. Liga sowie insgesamt sechs Jahre Profifußball. Die endeten jedoch 2014 beim FC Carl Zeiss Jena abrupt.

Jetzt geht es wieder aufwärts. Gestern Abend rannte der VfB Auerbach dem frühen Rückstand - 0:1 Bocar Djumo (8.) - hinterher. Der 1:1-Ausgleich (90.+3) machte 525 Fans im VfB-Stadion glücklich. Die Göltzschtaler haben in diesem Jahr erst ein Spiel verloren. Und anderem, weil Stefan Schmidt ein tolles Comeback feiert!