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Corona-News

Treuener Pfarrer zieht ins Leipziger Umland

Umzug Zwölf Jahre war Peter Becker im Vogtland tätig

Treuen. 

Treuen. Zwölf Jahre und vier Monate war Pfarrer Jan Peter Becker in Treuen im Dienst. Von der dortigen Bartholomäus-Kirchgemeinde wechselt er in den Landkreis Leipzig. Ab 1. März übernimmt er eine Pfarrstelle in Bad Lausick.

"Es ist für uns Neuland. So wie Gott sagte, steh auf, Abraham, geh in ein Land, das ich dir zeigen will", sagt der Geistliche. "Die Stelle war ausgeschrieben, die St. Kiliankirche ist eine der ältesten in Sachsen." Es fühle sich gut und richtig an. Es handelt sich um eine zukunftssichere Stelle in strukturbewegten Zeiten, wie es der Pfarrer formuliert. Und: "Wir waren auch schon vor Ort, hatten eine positive Begegnung mit dem Pfarrer." Mit "wir" meint Jan Peter Becker seine Familie. "Wir haben jetzt die Möglichkeit, dass meine Frau und ich in einer Kirchgemeinde zusammen arbeiten können." Er als Gemeindepfarrer, Ehefrau Elisabeth als Kantorin. Die beiden Töchter Anna und Marielle sind sechs und neun Jahre alt.

Verabschiedung unter besonderen Hygiene-Bestimmungen

Am vorigen Wochenende war die Verabschiedung des Pfarrers in der Treuener Bartholomäus-Kirche. "Die Kirche hat eigentlich 800 Sitzplätze. Hygienebedingt konnten nur 152 Menschen bei der Verabschiedung dabei sein." Mindestens 170 wollten gerne kommen, andere sagten mir von vornherein sie würden wegen Corona nicht dabeisein. "Es ist eine furchtbare Situation", sagt der 51-jährige. Es war auch keine große Verabschiedung mit Grußstunde - kein Kaffeetrinken und keine Gespräche mit den Gemeindegliedern, wie man es aus der Zeit vor Corona kennt, geplant gewesen. Die Verabschiedung nahm Superintendentin Ulrike Weyer vor, der Treuener Pfarrer Stefan Konnerth gestaltete den Gottesdienst mit. Die Kirchgemeinde Treuen mit mehr als 1800 Mitgliedern gehört zum neuen Christus-Kirchspiel Vogtland, welches seit dem 1.1. 2021 neun Gemeinden vereint. Kirchenmusikerin Elisabeth Becker war bereits zuvor in ihrer Kirchgemeinde in Schöneck aus dem Dienst verabschiedet worden.

Westfale mit Erfahrung in Übersee

Gebürtig ist Jan Peter Becker aus Nordrhein-Westfalen, wie er berichtet. Als Student und als Pfarrer war er drei Jahre in den USA tätig. Seit 2002 ist er zurück in Deutschland, wobei es ihn nach Sachsen verschlug. Zurück nach Nordrhein-Westphalen wollte er nicht, wie er sagt. Im Vogtland fühlte er sich wohl. Was er vermissen wird? "Das gute kollegiale Miteinander vor Ort, es war eine außergewöhnlich gute Zeit." Gerne zurück denkt er an den Waldgottesdienst, den die evangelisch-lutherische Kirchgemeinde Treuen mit der katholischen jedes Jahr veranstaltete. Ist ihm eine besondere Begebenheit im Gedächtnis geblieben? Nach kurzer Überlegung sagt Jan Peter Becker: "Der Gottesdienst auf der Bühne auf dem Marktplatz in Treuen an einem Sonntagmorgen als Ausklang des Treuener Hutzentags." Am Abend zuvor war dort anlässlich des Stadtfestes tüchtig bis in die Nacht hinein gefeiert worden. Die Kirchgemeinde und die anderen Gemeinden der Evangelischen Allianz Treuen sollten es organisieren, dass am Morgen der Platz und das gesamte Gelände gereinigt werden würde. "In den Vorjahren war es für die Stadtverwaltung immer schwierig gewesen, genügend Helfer dafür zu finden. Wir hatten Christen in unserer und anderen Gemeinden um Hilfe gebeten." Als der Pfarrer früh zum Platz kam, staunte er: "Es waren zwischen 20 und 30 ehrenamtliche Helfer da, die das komplette Areal in deutlich kürzerer Zeit sauber machten." Das sei beeindruckend gewesen.

Pfarrer schließt mit einem Gleichnis

Was er seiner Gemeinde im Vogtland mit auf den Weg geben möchte? "Ich möchte die Sehnsucht nach Gott stärken." Pfarrer Becker erinnert an den Sämann, dessen ausgesäter Samen auf den Fels, in die Dornen oder auf den Weg geht, wo die Körner zertreten worden, auch die Vögel nahmen davon. Aber es fiel auch Saat auf gutes Land und trug hundertfach Frucht. "Jesus sagt uns, wir sollen nicht aufhören zu säen." Ob seine Pfarrstelle in Treuen neu besetzt wird, weiß Jan Peter Becker nicht. Das werde geregelt, wenn er weg sei. "Alles braucht seine Zeit." Eine Stunde und 20 Minuten Fahrzeit mit dem Auto sind es von Treuen nach Bad Lausick. "Wir sind gespannt, was auf uns zukommt."



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