Treuener Unternehmen hilft im Wirbelsturm-Chaos

Amerika Gett-Mitarbeiter packen nach "Harvey" in Houston mit an

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Die amerikanischen Gett-Mitarbeiter um Sandra Landrock (links) schicken heute herzliche Grüße ins Vogtland. Sie bedanken sich bei den Freunden in Deutschland für die große Unterstützung. Foto: Gett / Pressebüro Repert

Treuen/Houston. Nach Harvey kommt Irma. Und die ganze Welt schaut zu, wie sich die Monsterstürme durch Amerika fressen. Es gibt jeden Tag Tote. Die Schäden sind immens. Und ein vogtländisches Unternehmen steckt mittendrin. Aber der Reihe nach.

Der Tropensturm hat alles lahm gelegt

Anna Schmoll und Sandra Landrock haben sich beim BLICK gemeldet. Sie korrespondieren in ihrem Arbeitsalltag per E-Mail. Anna Schmoll sitzt in Treuen und ist im Unternehmen Gett Gerätetechnik für das Marketing zuständig. Sandra Landrock arbeitet im texanischen Houston, wo der Treuener Taststaturenhersteller Gett einen weiteren Standort betreibt. Sandra ist ausgewandert und in Houston ist sie die deutsche Gett-Mitarbeiterin vor Ort. Der Tropensturm Harvey hat das Leben vor Ort lahm gelegt. Die Lage in ihrer Wahlheimat ist zum Teil noch immer lebensbedrohlich.

Im Flutwasser wurden Schlangen und Alligatoren gesehen

Sandra Landrock beschrieb in dieser Woche die Lage so: "Viele evakuierte Menschen dürfen nicht in ihre Häuser zurück. Der Grund ist, dass diese nach wie vor unter Wasser stehen." Das Problem: Das Flutwasser ist weitgehend verseucht, es wurden darin Schlangen und Alligatoren gesehen. Deshalb gibt es immernoch Evakuierungen. Vergangene Woche wurde ein Soldat ins Krankenhaus gebracht, nachdem er sich verletzt hatte und mit dem Wasser in Berührung kam. Sandra Landrock schreibt weiter: "Daher gibt es Notunterkünfte, sodass unzählige Menschen versorgt werden müssen. Unter anderem mit Frühstücksbeuteln."

Treuener helfen den Menschen vor Ort

In Treuen verfolgt man mit Sorge die Berichte aus Amerika. Und das Unternehmen hilft auch direkt vor Ort. "Unsere Büroräume sind verschont geblieben. Von dort aus können wir den Menschen also gut helfen", berichtet Sandra Landrock. Diesen Montag ging es los. Am Labor Day - das ist der "Tag der Arbeit" und somit ein Feiertag in den USA - fand sich in Houston ein "Gett-involved!"-Team zusammen, um Frühstücksbeutel zu packen und zu verteilen.

Viele Läden bleiben geschlossen

Weil etliche Straßen überflutet oder gesperrt sind sowie Ampeln ausfielen, arbeitet zum Beispiel derzeit auch kein Lieferservice wie UPS. "Die meisten Geschäfte bleiben geschlossen oder sind nur für wenige Stunden geöffnet. Es kommt langsam zu Warenengpässen", schreibt die Gett-Mitarbeiterin. So war es kompliziert, die Aktion überhaupt möglich zu machen. Die Amis in Treuen sind dennoch hochmotiviert: "Es ist uns eine Verpflichtung, nach diesem Sturm zu helfen."

Heute kommen herzliche Grüße und Dankeschön aus Texas

Sandra Landrock hatte während des Sturmes ihre Wohnung vier Tage nicht verlassen. In der Zeit begann sie, über den Kurznachrichtendienst WhatsApp Menschen zur Hilfe zu motivieren. Weil nun Wasser aus vollen Rückhaltebecken kontrolliert abgelassen wird und dadurch etwa 4.600 Häuser eine weitere Woche unter Wasser stehen, dauert der Ausnahmezustand an. Außerdem sind viele Menschen nicht mehr mobil. Etwa eine Million Autos wurden überflutet. Sandra schickt heute herzliche Grüße nach Deutschland und sagt Dankeschön.