Trotz Wachstum steigt die Armut weiter

Spende Volksbank unterstützt die "Tafeln"

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Im Bild von links: Walter Klaubert, Petra Düntsch, Gudrun Schimmel und Andreas Hostalka stellten sich am Montag dem Fotografen .Foto: kare

Plauen/Reichenbach. Es läuft was schief im Land! Sonst müssten nicht tausende Menschen betteln gehen. 36 Tafeln gibt es alleine in Sachsen. Drei davon existieren im Vogtland. Die versorgen bedürftige Menschen im Großraum Reichenbach und Plauen mit Nahrungsmitteln. Im thüringischen Greiz das gleiche Bild. Unterstützung von öffentlicher Seite gibt es für diese Einrichtungen kaum. Die Tafeln leben von ganz viel Privatinitiative, Sponsoring und Ehrenamt. Paradox: Obwohl die deutsche Wirtschaft in 2016 vermutlich ein Rekordjahr feiern wird, sinkt die Zahl der Bezugsberechtigten nicht. In Reichenbach haben zum Beispiel über 1.000 Menschen solch einen Tafelausweis. Die Vorsitzende Petra Düntsch stellt klar: "Unsere Tafelgäste haben monatlich maximal 900 Euro netto zum Leben." Die Zahl der Bedürftigten steigt sogar trotz allgemeinem Wohlstandswachstum. Altersarmut, Geringverdiener, Flüchtlinge - mit diesen Thematiken müssen sich die etwa 50 Tafel-Helfer in Reichenbach ständig befassen. Gudrun Schimmel war am Montag froh. Denn die Stellvertreterin nahm zusammen mit Petra Düntsch einen Scheck in Höhe von 1.500 Euro entgegen. Die gleiche Summe bekamen auch die Tafeln in Plauen und Greiz. Gespendet hat das Geld die Volksbank Vogtland. Deren Vorstände Andreas Hostalka und Walter Klaubert ließen wissen: "Wir haben uns entschlossen, keine Weihnachtspost zu versenden und spenden stattdessen 4.500 Euro an die Tafeln unserer Region. Das Geld wird dort dringend gebraucht", wissen die Banker.