Umstrittene Messergebnisse

Radarfallen Urteil bestätigt Kritiken um die Zuverlässigkeit der Tempomesser

Schon immer kritisierten viele Menschen die Funktionsweise von Radarfallen. Die Klage eines berühmten Fußballers scheint ihnen jetzt Recht zu geben. Laut einem Gerichtsurteil irritiert die Sonne in bestimmten Situationen die Tempomessung der Geräte. Dies bedeutet: Unter Umständen haben sehr viele Autofahrer bisher zu Unrecht Bußgelder bezahlt.

Der Bericht über die zweifelhafte Funktionsweise der Radarfallen unter einer bestimmten Lichteinwirkung wurde im Spiegel veröffentlicht. Aufgefallen waren die möglichen Probleme ausgerechnet im Fall eines prominenten Autofahrers. Ex-Fußballnationaltorwart Oliver Kahn war auf der A 8 bei München geblitzt worden und hatte gegen den Bußgeldbescheid Einspruch eingelegt. Bei der anschließenden Verhandlung stellten nach Informationen des Magazins drei Gutachter fest, dass nicht Kahns Mercedes, sondern ein vorauseilender Lichtreflex die Messung ausgelöst hatte. Die Fehler betrafen nicht nur den Sportler, sondern rund 40 weitere Autos, die am gleichen Tag nicht korrekt erfasst wurden. Die Fehlmessungen könnten daher mehr als Ausnahmen und Einzelfälle sein. In der Kritik steht ein Gerät der Firma Eso, dessen waagrecht angeordnete Sensoren vorbeifahrende Fahrzeuge durch eine Helligkeitsänderung registrieren. Im Falle Kahns soll ein Lichtreflex die Technik möglicherweise irritiert haben. Das ist dem Bericht zufolge möglich, wenn Sonnenlicht in einem bestimmten Winkel auf das Fahrzeug trifft und von dort zum Messsensor reflektiert wird. Der Hersteller Eso bestreitet einen Gerätefehler allerdings.