"Unser Lager ist rammelvoll!"

Coronakrise Dem Christel Knoll Vertriebsservice droht Millionenschaden

Plauen. 

Plauen. Was wird hinterher noch da sein? Diese Frage stellen sich derzeit alle Menschen zu Beginn der weltweiten Corona-Krise. Die 70 Mitarbeiter der Christel Knoll Vertriebsservice GmbH in Plauen müssen mit ihrem Unternehmen aber nicht nur die Virenpandemie überstehen. "Wir werden auch danach die Auswirkungen dieser medizinischen und wirtschaftlichen Katastrophe zu spüren bekommen", vermuten die beiden Geschäftsführer Ingo Knoll und Thomas Fritzlar. Der Lebensmittel-Großhandel beliefert 3.000 Kunden in Sachsen, Bayern und dem bisherigen Wachstumsmarkt Tschechien. Vor den Toren von Plauen steht man nun vor einem Millionenschaden. "Unsere Lager sind voll. Denn wir sind jetzt auf die bevorstehenden Osterfeiertage sowie die anschließende Hochzeits- und Jugendweihe-Saison vorbereitet", sagen die beiden Chefs. Sie wirken niedergeschlagen. "Auch, weil wir viel deutlichere Aussagen und Taten von der Politik erwartet hätten", nehmen die Unternehmer kein Blatt vor den Mund.

Was passiert jetzt mit dem Warenbestand?

"Wir haben binnen fünf Werktagen einen Umsatzeinbruch von 90 Prozent zu verzeichnen. Unsere Firma feiert in diesem Jahr ihren 30. Geburtstag. Ich bin fassungslos", erzählt Ingo Knoll, der an der Seite von Mutter Christel diesen Familienbetrieb mit seinen bloßen Händen aufgebaut hat. Dazu muss man noch wissen, dass die verarbeitende Lebensmittelbranche - also Gastronomen, Caterer, Imbisse - geschwächt ins Jahr gestartet ist. Die Monate Januar und Februar sind für die meisten Küchen die umsatzniedrigsten des Jahres. Danach geht's dann Berg auf. "Wir haben uns alle gefreut, dass die Saure-Gurken-Zeit jetzt zu Ende ist und dann kommt so ein Hammer. Unsere Abnehmer haben fast alle Bestellungen storniert", schüttelt Thomas Fritzlar mit dem Kopf. Was passiert jetzt mit dem Warenbestand? "Als Frischemarkt haben wir natürlich einige Produkte, die nur acht bis zehn Tage haltbar sind. Andere Lebensmittel kann man einen oder mehrere Monate verzehren. Natürlich muss die Ware raus, bevor wir sie wegschmeißen müssen. Wir versuchen, so viel wie möglich über unseren Abholmarkt zu verkaufen", teilen die Unternehmer mit.

Hier gibt es noch jede Menge Nudeln

Beim Rundgang fiel dem BLICK-Reporter sofort auf: Hier gibt es noch jede Menge Nudeln! Und zwar handelt es sich um hochwertige Teigwaren zu Supermarktpreisen. In Plauen-Oberlosa würde man sich über ein paar Hamsterkäufer freuen. Der Abholmarkt in der Untermarxgrüner Straße 27 hat Montag bis Donnerstag von 6 bis 19 Uhr und Freitag von 6 bis 18 Uhr sowie Samstag 8 bis 12 Uhr geöffnet. Das Unternehmen Christel Knoll Vertriebsservice GmbH beschäftigt 70 Mitarbeiter. Der Fuhrpark umfasst 16 Lkw's und 14 Pkw's. Seniorchefin Christel Knoll hat das Unternehmen 1990 gegründet. Im Internet kann man unter der Adresse www.christelknoll.de mehr erfahren. Das Unternehmen betreibt einen Abholmarkt, einen Lieferservice und einen Onlineshop. Selbstverständlich auch für Privatkunden und Kleinabnehmer.