Unterwegs mit dem ASB-Engel

Ehrenamt Rodewischerin hilft, letzte Wünsche von Schwerkranken zu erfüllen

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Jana Schumann und Ingo Heinrichs machen sich für die Fahrt im Wünschewagen bereit. Wird das Fahrzeug im Vogtland angefordert, steht es stets in der Garage der Falkensteiner Feuerwehr. Foto: Thomas Voigt

Auerbach/Falkenstein. Noch einmal den geliebten Urlaubsort erleben, eine besondere Veranstaltung besuchen oder sich im Freizeitpark vergnügen. Es sind die letzten Wünsche schwerkranker Patienten, die nur noch eine kurze Lebenszeit vor sich haben. Seit über einem Jahr können Betroffene und ihre Begleitpersonen mit dem Wünschewagen des Arbeiter-Samariterbundes (ASB) unterwegs sein.

Mit den ehrenamtlichen Mitarbeitern zum Wunsch-Ort

Jana Schumann war als ehrenamtliche Mitarbeiterin des Projektes schon mehrmals mit dabei. Kürzlich reiste sie mit einer Dame und deren Tochter nach Leipzig zur Show "Holiday on Ice". "Wir machen alles möglich, was innerhalb eines Tages mit dem Wünschewagen erreichbar ist. Es handelt sich um einen speziellen Kranken-Transportwagen, der Patienten in ganz Sachsen für Fahrten an die betreffenden Wunsch-Orte abholt. Stets sind professionell geschulte Helfer wie die Rodewischerin dabei.

Beim ASB ist die Vogtländerin als Ausbilderin für Erste Hilfe auch hauptberuflich tätig. Chef-Koordinatorin des Wünschewagens fürs Vogtland ist ASB-Geschäftsführerin Diana Mattes. Voriges Jahr habe es um die 100 Anfragen in Sachsen gegeben. Unterm Strich seien dann 30 Fahrten zustande gekommen.

Bei all dem Spaß kann man den Hintergrund für einen Moment vergessen

Im Vorfeld müssen einige Dinge geklärt werden, erfährt man. "Wir brauchen immer ein ärztliches Attest und eine Patientenverfügung." Je nach Lage der Dinge darf immer ein Angehöriger der Patienten, eine Pflegekraft oder eine nahestehende Person mitfahren. Berührungsängste haben die Frauen bei ihrem Job nicht. Mit gesundem Menschenverstand, Einfühlungsvermögen und einem Gespür für die jeweilige Situation gehen sie auf ihre Fahrgäste ein.

Die Krankengeschichten treten dabei meistens in den Hintergrund. "Es wird viel gelacht", verriet Jana. Oft sitzt sie selbst hinterm Lenkrad des Wünschewagens. Es seien oft sehr schöne und berührende Momente, die sie erlebt. "Ich bekomme sehr viel zurück. Letztens hat mich die Tochter eines Fahrgastes ASB-Engel genannt."