Verbraucherschutz: 17.000 Ratsuchende in Auerbach

Bilanz Böses Erwachen nach Trickserien

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Heike Teubner warnt Verbraucher vor Kreditfallen. Noch bis Ende dieser Woche ist dieses spezielle Thema in der Beratungsstelle Am Graben anschaulich aufbereitet. Foto: Thomas Voigt

Auerbach. Heike Teubner blickt in ihrer Jahresbilanz auf ereignisreiche Monate zurück. Laut der Beratungsstellen-Leiterin der Auerbacher Verbraucherzentrale wandten sich voriges Jahr fast 17.000 Ratsuchende an ihr Mitarbeiter-Team. Im sachsenweiten Vergleich ist das der fünfthöchste Wert. Die Verbraucherschützer boten übers Jahr jede Menge zusätzliche Veranstaltungen zu verschiedenen Themen an. In über 150 Vorträgen wurden Verbraucher auf dem neuesten Stand gehalten.

Zu den häufigsten Rechtsirrtümern im Verbraucheralltag gehörten Handy-Kosten im Ausland. Großes Interesse zeigten Schulen und Gymnasien an Beratungsangeboten rund um soziale Netzwerke, Gefahren im Internet sowie Schuldenvermeidung. Erneut schlossen Vogtländer viele Verträge am Telefon ab. "Den meisten war nicht bekannt, dass ein Vertrag auch ohne Unterschrift zustande kommen kann."

Verbraucher zahlen oft ungefragt

Vielfach seien Zahlungen an dubiose Inkassobüros ins Ausland geleistet worden. Diese Forderungen entbehren jeglicher Rechtsgrundlage. Allein die Firmenbezeichnung "Inkassobüro" habe bei den Betroffenen derartige Angst ausgelöst, dass sie den Zahlungs-Aufforderungen ungeprüft nachkamen. Eine Steigerung der Nachfragen verzeichnete Teubner auf dem Gebiet des Grauen Kapitalmarktes. Durch Falschberatungen seien Anleger Verträge aufgeschwatzt worden, die sie bei genauer Kenntnis des Inhaltes und des erheblichen Verlustrisikos nie abgeschlossen hätten. Um sich von den Verträgen zu lösen, half oft nur der Gang zum Rechtsanwalt.

Die Summen, um die es insgesamt ging, lagen bei rund 625 000 Euro. Ein weiterer Schwerpunkt drehte sich um die private Krankenversicherung. Vor allem ältere Versicherte stellten fest, dass trotz hoher Beitragsbelastung eine Rückkehr in die gesetzliche Versicherung nicht mehr möglich ist. Aufgrund dieser Tatsache hätten viele Sozialhilfe beantragt.