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Vereinsinitiative aus Plauen erwartet Antworten von der Politik

Dialog Experten befürchten Mitgliederschwund

Plauen. 

Plauen. Es geht in der Sache um 88.000 deutsche Sportvereine. Experten befürchten durch den erneuten Corona-Lockdown in der Jahresbilanz 2020 einen Gesamtmitgliederschwund von 2,7 Millionen Beitragszahlern. Denn bereits im Frühjahr sorgte das Nichtstun für enormen Aderlass. Überall in Deutschland stöhnen jetzt die Funktionäre.

Öffentlicher Sportdialog wird gefordert!

In Plauen meldet sich die Vereinsinitiative Schwarz-Gelb zu Wort. Sie fordert in aller Deutlichkeit klare Antworten. In einer Erklärung heißt es: "Wir wissen alle, dass wir uns in einer Krise befinden. Es geht an vielen Stellen um Leben und Tod. Zugleich aber sehen wir es ein gesellschaftliches Versagen, wenn unsere Kinder nicht einmal mehr im Freien Sport treiben dürfen, während elitäre Kreise ihren Trainings- und Wettkampfbetrieb fortsetzen können!" Mit diesen Worten fordern die 1.500 Mitglieder des 1. FC Wacker und des VFC Plauen sowie des SV 04 Oberlosa die sächsische Staatsregierung auf zum "Öffentlichen Sportdialog". Die Vereininitiative fragt im Namen ihrer über 500 Nachwuchssportler nach. "Was sollen wir denn unseren Kindern und Jugendlichen sagen? Wir stehen ihnen gegenüber. Nicht ihr als Politiker, sondern wir. Sind unsere Mädchen und Jungs weniger wert, als ein Fußball-Bundesligamillionär?" Voller Enttäuschung sprechen die Vereinsvorsitzenden Andreas Seidel (1. FC Wacker), Thomas Fritzlar (VFC) und Prof. Dr. Bernd Märtner (SV 04 Plauen-Oberlosa) von einer "völlig verfehlten Kommunikation mit dem Breitensport. Der Kitt der Gesellschaft, den gerade die Politik immer wieder als für Deutschland existenziell beschworen hatte, scheint urplötzlich bedeutungslos. Wir haben keine Chance bekommen, wenigstens ein paar Alternativangebote umzusetzen", klagen die Vorsitzenden. In allen drei Vereinen hatte es stundenlange Krisensitzungen gegeben. Sie verliefen ergebnislos!

Hier läuft etwas völlig falsch!

Weitere Ungereimtheiten sieht man in der Diskrepanz zwischen der Schulsporterlaubnis und dem Vereinssportverbot. Die Befürchtung: Der aktuelle Corona-Lockdown wird tiefe Furchen zwischen den Vereinen und den Politikern ziehen. "Wir haben unglaublich viel Kraft in die Umsetzung sämtlicher Hygieneregeln investiert. Obwohl wir nicht alle Vorgaben als sinnvoll erachtet haben, haben wir unser Geld ausgegeben und viele Einschränkungen durchgesetzt, nur um wenigstens ein bisschen Sport treiben zu können. Ihr habt uns gesagt, wir sollen lernen, mit dem Virus zu leben. Jetzt cancelt die Politik genau den Bereich, der das Infektionsgeschehen nach unserer Auffassung am besten in den Griff bekommen hatte. Hier läuft etwas völlig falsch."

"Wir wollen keine Berlin-Demo, sondern den öffentlichen Dialog!"

Über 100 Übungsleiter der genannten Vereine stehen derzeit an der Basis unter Zugzwang. Es ist unglaublich viel Druck im Kessel. Denn es drohen beispielsweise auch Mannschaften zu zerbrechen, wenn manch ein Mitspieler nach dem verordneten "Home Office" auf dem Sofa liegen bleibt. Diese Sportfunktionäre haben zugleich aber auch eine deutliche Bitte an alle, die jetzt aufgrund der aufgeheizten Situation die Fäuste ballen und sich anschließen möchten. "Wir wollen keine Berlin-Demo, sondern den Dialog! Wir wollen Frieden auf Erden. Und wir möchten uns bewegen dürfen. Weil der Sport Leben bedeutet und das Leben von uns allen der Sport ist."