Vergesst unsere Blaskapellen nicht!

Neustart Musiker vom "Jungen Egerland" dürfen endlich wieder proben

Bad Brambach. 

Bad Brambach. Sie hatten so lange warten müssen. Jetzt ist endlich der positive Bescheid da. "Wir dürfen wieder zusammen in einen Probenraum", freut sich Michael Schwab, der Leiter der Blaskapelle "Junges Egerland". In der Schulturnhalle von Bad Brambach gehen die Musiker auf Abstand, obwohl gerade jetzt während der Coronakrise der gesellschaftliche Zusammenhalt ganz wichtig ist. Michael Schwab ist spürbar traurig. "Uns sind eigentlich alle Auftritte für dieses Jahr weggebrochen. Entweder wegen Veranstalterabsagen oder wegen der Terminverschiebung auf nächstes Jahr."

Das letzte Wort hat selbstredend die Genehmigungsbehörde

Wann seine Kapelle endlich wieder auf der Bühne vor Publikum musizieren darf, das lässt sich nur schwer sagen. Doch es gibt erste Tendenzen, wonach es das "Junge Egerland" im September erstmals nach der Coronapause wieder als Live-Erlebnis geben könnte. Das bestätigte der SV 04 Oberlosa. Der Verein hat sein Sport- und Sommerfest um zwei Monate verschoben. Die Hoffnung von Finanzvorstand Maik Helten: "Im September ist vielleicht wieder so viel Alltagsnormalität möglich, dass unser Traditionsfest nicht ausfallen lassen müssen." So erhielt Michael Schwab einen höchst erfreulichen Anruf aus Plauen. "Anja Petzoldt vom SV 04 Oberlosa hat mir mitgeteilt, dass uns der Verein gerne spielen lassen möchte." Es kann also gut sein, dass die Volksmusikanten zum Oberlosa-Fest (4. - 6. September) vor den Toren Plauens aufspielen. Im Verein plant man auf Hochtouren. Das letzte Wort hat selbstredend die Genehmigungsbehörde.

Musiktradition seit 87 Jahren

Stellvertretend für alle Blasmusikanten kann man der Öffentlichkeit und Veranstalter nur darum bitten: Vergesst unsere Blaskapellen nicht, sonst sterben sie aus! Das "Junge Egerland" zum Beispiel hat eine 87-jährige Geschichte. Seit 1933 existiert dieser Klangkörper. Dann war Krieg. Erst durch die Bemühungen des Musiklehrers Helmut Wunderlich konnte im Oktober 1949 die Musikschule und etwa 1960 das Jugendblasorchester wieder gegründet werden. Das Niveau wurde von Jahr zu Jahr weiter verbessert und mit der Zeit kam es dann auch zu vielen solistischen Darbietungen. So wurde die Egerländer Tradition, die geschichtlich zum Oberen Vogtland einen engen Bezug hat, in Worten und Melodien zum Kernstück des Programms. Nach 76 Jahren war das Jugendblasorchester reif und alt genug für einen neuen Namen. Seither heißt es "Blaskapelle Junges Egerland". Die original Egerländer Trachten und die Verbundenheit mit der Egerländer und der böhmischen Musik gaben den Anlass für diesen Schritt.